Eine Familie zieht in ein Haus, deren Vormieter auf mysteriöse Art und Weise ums Leben kamen und auch nach der Ankunft der Familie tragen sich merkwürdige Dinge zu und die Nachforschungen über die Hintergründe bringen tödliche Gefahren mit sich.
Wenn Lucio Fulci einen Spukhausfilm dreht, bleibt es darin natürlich nicht bei reinen übernatürlichen Gruselereignissen und so mischte er neben allerlei Mysteryelementen noch einen vergrellten Zombie hinzu und ließ es sich nicht nehmen, ein paar Splattereinlagen zu kredenzen. Da sich diese Ingredienzien nicht unbedingt in einen sinnvollen Zusammenhang packen lassen, ist die Story ziemlich holprig und stellenweise etwas wirr ausgefallen, aber unter dem Deckmantel Mystery lassen sich manch fehlende Erklärung und Unlogiken verschleiern und in Sachen Mystery ist Einiges zu begutachten. So gibt es immer wieder geheimnisvolle Auftritte eines Mädchens, welches den Sohn der Familie vor dem Haus mit dem düsteren Geheimnis warnen will, ein plötzlich auftauchendes Kindermädchen ala "Das Omen" und das Haus birgt mit seinem unheimlichen Keller, dessen Tür sich nur mittels Messer als Hebel am Schlüssel öffnen lässt und gerne mal wie von Geisterhand zufällt, weinendem Kindergeschluchze in leeren Räumen, einer Gruft unter dem Gemäuer, einer wütende Fledermaus und einem mordlustigen Untoten abwechslungsreiche Gruselzutaten.
Seitens der Athmosphäre braucht sich der Film nichts Negatives vorwerfen zu lassen, denn die hat Lucio Fulci wirklich vorzüglich gruselig und düster hinbekommen. Die famose musikalische Untermalung drückt dem Streifen eine passende Horrorstimmung auf und durch die gute Ausleuchtung der Szenen (dunkle und Nachtszenen sind schattig und nicht zu dunkel ausgefallen), eine passable Kameraführung (inklusive der fulcitypischen Augennahaufnahmen) und feine Sounds wie knarrenden Türen und Fußböden wird das Ganze treffend unterstützt.
Da wir Fulci-Fans immer sehr enttäuscht sind, wenn in seinen Filmen kein Tröpfchen Blut zum Vorschein kommt, ließ sich der Meister nicht lumpen und baute ein paar Splattereffekte ein, die von keinem geringeren als Giannetto de Rossi umgesetzt wurden und sich sehen lassen können. Mit künstlichem Lebenssaft wurde in den entsprechenden Szenen nicht gegeizt und der Triplekehlenschnitt mit dem Resultat eines trepperunterpurzelnden Kopfes stellt für mich den effektvollen Höhepunkt des Filmes dar.
Für Fulcis Werke eher untypisch ist, dass diesmal die Darsteller wirklich gute Leistungen abliefern (natürlich ließ es sich der Regisseur nicht nehmen, selbst in einer kleinen Rolle vor die Kamera zu treten) und ihre Rollen ohne nennenswerte Aussetzer ausfüllen. Nur beim Schauspieler, der den hässlichen Jungen mimt, ist dieses Lob nicht angebracht, denn dem Knilch gelingt es weder Furcht noch Trauer (zum Weglaufen schlimm ist die Szene, in der er seiner Mutter vom Tod des Kindermädchens berichtet) rüberzubringen.
Insgesamt bietet der Film eine gute Spukhausathmosphäre mit netten Effekten, kann aber hinsichtlich der Story wenig überzeugen und dürfte somit nur Freunde unter Fulcianhängern und 80er Italofans finden.