Atmosphärisch dichter Old-School-Grusler mit teilweise explizit ausgewälzten Gewaltszenen, wie sie stilistisch typisch für den Italo-Horror der Spätsiebziger und Frühachtziger waren.
Fulcis Film lässt sich sehr viel Zeit und baut jede Menge Spannung auf. Die Schauspieler liefern im Rahmen des Genres eine solide Leistung ab. Prägend ist auch eine kreative Kameraführung, wie sie oft in Lucio Fulcis Horrorstreifen vorkommt. Zwar fehlt auch hier wie in anderen Filmen des Regisseurs eine gewisse Tiefgründigkeit in der Storyline, doch unterhaltsam gruselig ist das Movie dennoch geworden.
Über den fast schon parodistischen Namen "Dr. Freudstein" lässt sich natürlich genauso meckern und lästern wie über die Gummi-Fledermäuse, die man hier zu sehen bekommt. Erinnerungswürdig, wenn auch trashig, ist der Angriff einer Fledermaus auf den Hauptdarsteller. Eine offensichtliche Plastik-Stoff-Attrappe darf sich extrem blutig in die Hand verbeißen, während der Mann endlos auf sie einsticht, bis sie endlich tot ist. Die Maske von Dr. Freudstein ist schauerlich anzusehen, wenn auch in ihrer Art und Weise gewöhnungsbedürftig.
Heutige Film-Gorehounds wundern sich sicherlich über den offenherzig gezeigten Gewaltpegel dieser alten Horrorfilme. Hier wurde oftmals mit der Kamera endlos lange "draufgehalten". Dagegen wirken heutige Produktionen regelrecht handzahm. Doch ich will mit meinem Review den Leser nicht auf eine falsche Fährte locken, denn DAS HAUS AN DER FRIEDHOFSMAUER ist gewiss kein Splatterfilm sondern ein Gruselfilm mit vereinzelten und deftigen Gore-Szenen.
Der interpretationsfreudige Mysteryschluss lässt den Zuschauer mit einigen Fragezeichen zurück.
Unterm Strich: 6 von 10 bissigen Fledermäusen.