Zwischen seinen Arbeiten für das Kino hat Freddy Krueger-Erfinder Wes Craven in den 1970er/1980er-Jahren bei einigen Filmen Regie geführt, die für das Fernsehen produziert wurden. Neben Stranger in Our House (Eine tödliche Bedrohung) und Invitation to Hell (Exit - Ausgang ins Nichts) zählt dazu auch der von J.D. Feigelson geschriebene Schocker Chiller, dessen Prämisse durchaus vielversprechend ist.
Vor etwa zehn Jahren wurde der todkranke Miles Creighton (Michael Beck) eingefroren, in der Hoffnung, daß es irgendwann in der Zukunft ein Heilmittel für sein Leiden gäbe. Durch einen Defekt in der Kryogenröhre, die ein unplanmäßiges Auftauen des Körpers einleitet, haben die Ärzte nun die Chance festzustellen, ob die in der Theorie bahnbrechende Technik auch in der Praxis funktioniert. Tatsächlich kehrt Miles, sehr zur Freude seiner Mutter Marion (Beatrice Straight), ins Leben zurück; Körper und Geist sind wieder da, lediglich die Seele ist im Nirwana verblieben, was zur Folge hat, daß Miles ein eiskaltes, gefühlloses Monster ist. Und dies wirkt sich auf die Personen in seiner Umgebung nicht gerade vorteilhaft aus.
Wenn man ohne große Erwartungen an diesen Film herangeht und seine Ansprüche niedrig hält, wird man von Chiller recht ordentlich unterhalten. Craven bringt die interessante Geschichte routiniert über die Runden, auch wenn das Geschehen - produktionsbedingt - unspektakulär, formelhaft und seltsam blutleer bleibt. Seine Regie ist bestenfalls gefällig, obwohl in einigen wenigen Momenten immerhin sein Können, und - damit verbunden - ein bißchen Spannung aufblitzt. Die Figuren bleiben leider blaß und verhalten sich darüber hinaus ziemlich dämlich, womit der Zuschauer auf Distanz gehalten wird und zu keiner Zeit Gefahr läuft, ins Geschehen involviert zu werden. Die einzige Person, um die man besorgt ist, ist Marions hübsche Nichte Stacey (Jill Schoelen), auf die Miles offensichtlich scharf ist. In einer größeren Nebenrolle ist Paul Sorvino zu sehen, der als Reverend Penny mit Miles auf Tuchfühlung geht und dessen Boshaftigkeit in einer der besten Szenen des Filmes am eigenen Leibe zu spüren bekommt. Mimi Craven, die mit Wes von 1982 bis 1987 verheiratet war, ist in einer kleinen Rolle als Krankenschwester zu sehen. Der nette Showdown in der Gefrierkammer rundet diesen wenig bemerkenswerten Streifen adäquat ab.
Chiller hat das Glück, von Genregroßmeister Wes Craven inszeniert worden zu sein. Sonst wäre der leicht unterdurchschnittliche Film schon längst der Vergessenheit anheim gefallen.