Vor fünfzehn Monaten hat der Lehrer Trevor Garfield ein Attentat überlebt. Ein schwerer Schlag für den sonst motivierten Mann. Immer wieder stach einer seiner Schüler mit dem Messer auf ihn ein und Garfield kann den Anschlag einfach nicht verarbeiten. Ja, er hat überlebt, aber mit ihm auch ein unbändiger Hass. Als er an einer neuen Schule seine Arbeit wieder aufnimmt, gerät er erneut an Schüler, die keinen Respekt vor ihren Lehrern haben. Doch dann gerät er mit einem Schüler aneinander. Als die Situation eskaliert, ist nichts mehr, wie zuvor.
EIn Warnung vorweg, wer jemals vor hatte in seinem Karrieplan Lehrer an potentiell als problematisch geltenden Schulen einzutragen, der solte um 187 einen weiten Bogen machen. Die 187 ist in den Staaten der Polizeicode für Mord und wird hier auch gerne mal als Einschüchterungsmittel in Bücher geschrieben oder in den Lack des Autos gekratzt.
Hier wird das nicht immer ganz einfache Verhältnis zwischen Lehrkraft und Schülern der eher kriminellen Gangmitgliedsorte geschildert. Hauptperson ist der ambitionierte Trevor Garfield (ok, mit dem Nachnamen muß man ja fast gehänselt werden), der zunächst in New York seine Tätigkeit ausübt. Als er jedoch einen nichtsnutzigen Schüler verdient durchfallen läßt, bedankt sich dieser mit diversen Messerstichen in den Rücken. Fortan ist die Psyche Trevors etwas angeknackst. Nichtsdestotrotz, trotz stärker werdender Desillusion, versaucht er 15 Monate später als Aushilfslehrer in Los Angeles einen Neuanfang.
Die Schüler hier sind größtenteils ein Haufen unwilliger Rotzlöffel, denen der Zuschauer nach der ersten Minute eine gehörige Portion Hosenbodenversohlung an den Hals wünscht. Da tummeln sich Vorbestrafte, Grafitti Sprayer und allgemein ist der Respekt vor dem Lehrkörper gleich null, die Verwaltung schert sich einen Dreck um die Zustände und so nimmt das Drama denn seinen Lauf. Eine Gruppe Latinos legt sich dann auch prompt mit Trevor an, der zwar versucht zu deeskalieren, aber spätestens als der besonders freche Cesar Trevors Erbstückuhr klaut und später sogar den Hund einer befreundeten Lehrerin killt, brodelt es innerlich.
Die Charakterzeichnungen der Schüler sind zwar ziemlich Klischeehaft dargestellt (jener Cesar mißhandelte sogar die Mutter und ist auch sonst ein 1a Arschloch mit Sternchen) aber allzu weit von der Realität schein sich 187 doch nicht zu entfernen. Metalldetektoren sind in einigen Schulen drüben durchaus üblich und die "du kannst mir gar nichts" Mentalität Jugendlicher ohne vernünftiger Aussicht auf ein normales Leben, ist ebenfalls nicht aus der Luft gegriffen. Jedenfalls ist man als Zuschauer ständig in Versuchung den jungen Vollspackos einfach via Fernbedienung eine runterzuhauen.
Gegen Ende werden dann aber auch harte Bandagen aufgezogen ohne das der Film ins Gewalttätige übergeht. Cesar verliert einen Finger, ein anderer sogar das Leben und bald geht die Gerüchterunde rum, das Trevor hierfür verantwortlich ist. Auch wenn dieser das im Finale sogar zugibt, war ich mir nicht sicher, ob dem wirklich so war. 187 läßt da einiges an Interpretationsmöglichkeiten offen. Das Ende ist dann auch ein echter Downer, aber auch ein Highlight und regt zum nachdenken an.
Insgesamt ein gutes Drama, das zwar einige kleinere Mängel aufweist. Manche Subplots wie die Love Interes Kollegin, oder die Nachhilfeschülerin die sogar von der Außenwelt als mögliche Geliebte Trevors gehandelt wird, könnte man doch etwas straffen. 187 ist aber mit Sicherheit kein Film zum nebenherschauen oder für eine selige Bierrunde mit den Kumpels. Der Stoff liegt schwer im Magen, wird aber gut vermittelt, vor allem Samuel L. Jackson ruft seine schauspielerische Klasse ab. Ich bin jetzt kein großer Drama Fan, aber der hier hat sogar mir gefallen.
7/10