„187“ ist der amerikanische Polizeicode für einen Mordfall und wird daher auch gerne von Kriminellen als Warnung für potentielle Gegner oder Opfer ausgesprochen.
Trevor Garfield (Samuel L. Jackson) ist Lehrer an einer Highschool, an der es etwas rauer zugeht, doch hat an sich alles im Griff – bis er den fatalen Fehler begeht, dem falschen Schüler eine schlechte Note zu geben. Dieser überfällt ihn und sticht ihn mit einem Nagel nieder. „187“ beginnt bereits ganz zu Anfang das Problem aufzuzeigen, was nur selten in den Fokus der Öffentlichkeit gerät: Die zunehmende Gewaltbereitschaft der Schüler auch Lehrern gegenüber und nicht nur gegen Altersgenossen.
Garfield kommt ins Krankenhaus und kann auch nach seiner Genesung eine Weile nicht mehr arbeiten, da er immer noch an den Zwischenfall denken muss und eine wahnsinnige Angst entwickelt. Doch er erhält schließlich eine neue Stelle, die er dann auch mutig antritt. Dies erweist sich schnell als alles andere als ein Traumjob: Er muss unter schlechten Bedingungen unterrichten, seine Schüler sind unmotiviert und einige von ihnen kriminell. In dieser Phase erweist sich „187“ noch als recht konventionell, aber andererseits wäre das Leben an einer privilegierten Highschool kaum Stoff für ein Sozialdrama.
Trotz einiger Schwierigkeiten kann sich Garfield langsam an sein neues Umfeld gewöhnen, auch wenn er eher ein Außenseiter bleibt. Doch immerhin mit seiner Kollegin Ellen Henry (Kelly Rowan) kann er sich anfreunden und es entwickelt sich eine Beziehung. Allerdings haben beide Lehrer mit kriminellen Leuten in ihren Klassen ihre Schwierigkeiten...
„187“ mischt Elemente von Drama und Thriller zu einem interessanten Film, auch wenn der Film zwischendurch etwas Leerlauf hat. So dauert Garfields Akklimatisierung an der neuen Schule dann doch etwas zu lange, da man schon früher begreift, wie man diverse Figuren einschätzen soll, da diese in gewisse Schubladen passen; auch wenn „187“ Klischees zum größten Teil umschiffen kann. Einen weiteren Durchhänger hat der Film vor der recht überraschenden Auflösung.
Die Story beginnt an sich relativ gewohnt und bietet ein Schuldrama, das sich etwas weniger auf die Probleme der Schüler konzentriert, sondern auch auf die der Lehrer. Dabei wird das Thema der Bedrohung der Lehrer und auch deren Schutzmaßnahmen auf interessante Weise beleuchtet, doch in der zweiten Hälfte kommt der Film erst richtig in Fahrt. Durch ein paar überraschende Wendungen erscheinen viele der vorangegangen Vorgänge in anderem Licht und man überdenkt auch seine Einstellung gewissen Figuren gegenüber noch mal.
Infolgedessen steigern sich auch Spannung und Dramatik in der zweiten Hälfte dann auch noch mal, ehe der Film in einem wirklich höchst dramatisch und sehr unerwarteten Ende mündet, was vor allem beim ersten Sehen sehr überraschend daherkommt. Dennoch verliert der Film seine Glaubwürdigkeit dabei nicht, was vor allem an den glaubwürdigen Lehrercharakteren liegt; auf Schülerseite sind leider ein paar etwas klischeehaftere Figuren vorzufinden.
Samuel L. Jackson spielt seine Rolle ziemlich gekonnt und überrascht mit dem Verzicht auf seine sonst immer wieder vorzufindende Coolness. Die restlichen Darsteller sind allesamt weniger bekannt, machen ihre Sache aber allesamt ziemlich gut und kommen dabei glaubwürdig rüber.
So bleibt „187“ alles in allem ein ungewöhnliches Sozialdrama, über dessen Handlung man im Vorfeld nicht zuviel verraten sollte. Leider mindern einige Durchhänger den Filmspaß.