Der New Yorker Taxifahrer Vinny Durand ist volle Kanne in die Scream Queen Jana Bates verschossen... so sehr gar, dass es schon beinahe an Wahn grenzt. Weil die Bates momentan die Filmfestspiele von Cannes besucht, wo diese auch für einen der großen Schauspiel-Preise nominiert ist, fasst Vinny den Entschluss, ebenfalls nach Frankreich zu reisen, um die Frau dort für die Hauptrolle seines eigenen Horrorfilms zu gewinnen. Mit der Kamera im Gepäck marschiert der Möchtegern-Regisseur nun zwischen den Stars und Sternchen der Branche rum und filmt munter drauf los. Seinem Idol Jana kommt er auf die Art allerdings nicht wirklich nahe, was natürlich irgendwie blöd ist, soll sie doch der Star seines Streifens sein. Noch blöder allerdings, dass nach und nach einige Leute aus der Filmbranche auf höchst bizarre Art und Weise den Löffel abgeben, darunter auch Janas Ex-Mann und Produzent Bret Bates. Ist Vinny etwa bereit, für seinen Traum von der großen Regie-Karriere über Leichen zu gehen? Oder handelt es sich bei den Morden nur um eine groß aufgebauschte Promotion-Aktion, mit der der letzte Bates-Film beworben werden soll? Oder gibt es vielleicht eine ganz andere Erklärung...? Nur dem Hauptdarsteller Joe Spinell, der seine Performance wieder mal ganz in der Nähe seines "Maniac"-Charakters ansiedelt, ist es zu verdanken, dass "Love to Kill" überhaupt einen flüchtigen Blick wert ist. Größtenteils handelt es sich bei David Winters’ Film nämlich um einen beschämend schlechten Slasher-Streifen, bei dem vor allem die Logik mächtig durchhängt und bei dem sogar die bluttriefenden Mord-Szenen kaum als genregerechte Höhepunkte durchgehen. Die sudeligen Gore-F/X, die hier in Form von sekundenschnellen Leichenfunden und Film-im-Film-Momenten gereicht werden, wirken halt wie alberne Makulatur und schockieren niemanden, zumal die Effekte nicht gerade allererste Klasse sind. Erschwerend kommt hinzu, dass man sich bei der hier verbratenen Handlung zu absolut keinem Zeitpunkt wirklich sicher sein kann, ob Winters seinen Irrer-Schlitzer-macht-Cannes-unsicher-Plot tatsächlich ernst genommen hat, oder ob das alles doch nur eine (ziemlich lausige) Parodie auf das selbstverliebte und wichtigtuerische Film-Business sein soll. Falls "Love to Kill" also wirklich so was wie eine Satire auf die Branche mitsamt ihrem Festival-Rummel, oder noch schlimmer, eine ernstzunehmende Abhandlung über die Wirkung von Horrorfilmen auf das Publikum sein möchte, haben die Macher sich eindeutig übernommen. Mit der ständigen Thematisierung der durchgeknallten Stalker-Fans, die es auf Prominente abgesehen haben (im Text werden da einige reale Beispiele genannt), sowie der etwaigen Motivations-Begründung in den brutalen Horror-Streifen, wie es "Love to Kill" nun mal auch einer geworden ist, halst sich der Film eben mehr auf, als er im Rahmen einer sehr stupiden Slasher-Story bewältigen kann. Wie gesagt, das geringe Interesse, das man diesem Genre-Müll überhaupt entgegenbringen möchte, geht einzig und allein auf das Konto von Joe Spinell, der den Rollentypus "Geistig derangiertes Muttersöhnchen" drauf hat wie kaum ein anderer. In dem Zusammenhang kann es dann auch nur von Vorteil sein, dass er hier mit seiner echten Mom gemeinsam vor der Kamera steht und sich von dieser einigermaßen zur Sau machen lässt. Das alles ist dann stellenweise hübsch bizarr geworden und tröstet über ein paar inhaltliche Durchhänger hinweg. Wenn allerdings jemand so exaltiert irre agiert, wie es Spinell hier tut, und das Drehbuch dann noch alle möglichen Register zieht, um ihn als Killer dastehen zu lassen, kann man sich sicher sein, dass da doch noch die faden Überraschungen auf einen lauern und zum Schluss ein ganz anderer Täter aus dem Hut gezogen wird. Und genau so kommt es dann auch, kann man mit der Masche wirklich noch jemanden hinters Licht führen...?
4/10