Trash im Tierhorrorbereich ist spätestens dann erkennbar, wenn sich die Heldin einem überdimensionalen Alligator gegenüber sieht und diesen mit Daddy anspricht, weil sie den vergoldeten Eckzahn wieder erkennt. Der Rest gestaltet sich allerdings nicht halb so witzig, wie die krude Geschichte vermuten ließe.
In den Sumpfgebieten Louisianas leben die seit Jahrzehnten verfeindeten Familien Robichaud und Doucette, obgleich sich deren Sprösslinge Avery und Dathan gerade wieder annähern.
Als mutierte Alligatoren auftauchen, wird die Jagdsaison ein wenig früher eröffnet, denn Gebissene mutieren ebenfalls zu blutrünstigen Reptilien und so müssen sich die Sippen zwangsläufig zusammenraufen...
Griff Furst, der mittlerweile eine feste Größe im billigen Tierhorrorbereich markiert, lässt mal wieder die Puppen tanzen, denn nicht alle Effekte stammen aus dem Rechner. Zwar sehen die Latexmodelle ein wenig klobig aus, doch mit etwas Südstaatenatmosphäre und einige Cajun-Klängen lassen sich derartige Mankos durchaus für eine Weile kaschieren.
Um die Charaktere ist es allerdings nicht so gut bestellt, denn bis auf Avery, die gemeinsam mit ihrem Love Interest Dathan die einzigen verkörpern, die sich nicht komplett hinterwäldlerisch verhalten, trifft man lediglich auf tumbe Rednecks, welche zwar treffend besetzt sind, außer gegenseitigen Anfeindungen jedoch kaum etwas zur eigentlichen Handlung beitragen. Selbstverständlich sind die Hinterwäldler auch Schuld an den Mutationen, denn Schnaps sollte man einerseits nicht mit Chemie versetzen und andererseits bei Nichtgefallen einfach in den Sumpf gießen.
So dauert es zum Glück nicht lange, bis die Alligatoren ihre ersten Opfer verschlingen, anknabbern oder mit der Schwanzflosse aufspießen, - später schießen sie auch Pfeile ab.
Die Verwandlungseffekte gestalten sich indes recht lustig, spätestens als jemand zum Alligator mutiert, dabei natürlich die Kleidung zerfetzt wird, doch bei der Rückverwandlung sitzen die Klamotten wieder unversehrt am Balg. Das Make-up kommt jedoch solide daher und auch bezüglich der wenigen Splattereffekte hat man schon miesere Abläufe gesehen.
Richtig übel ist allerdings mal wieder die stümperhafte Synchro ausgefallen, bei denen einige Stimmen so ungelenk betonen, dass man nur noch auf die Originaltonspur wechseln kann.
Die Dialoge entfalten sich jedoch auch in englischer Sprache als nicht allzu anspruchsvoll, zumal sich das Niveau dem geistigen Level der Hinternecks angleicht, die außer Saufen, Pöbeln und wild um sich zu ballern eben nicht viel zu präsentieren haben.
Ein paar Aufheiterungen in Form von leicht zynischer Medienkritik sind dabei durchaus willkommen und auch kleinere Actioneinlagen ohne CGI machen Laune, doch unterm Strich mangelt es an spannenden Konfrontationen, während die skurrile Idee der Verwandlung von Mensch zu Alligator nicht konsequent genug eingebunden wird.
Trashfreunde können demnach einen vorsichtigen Blick riskieren, doch mehr als Durchschnitt im C-Bereich sollte man auch als eingefleischter Genrefan nicht erwarten.
4,5 von 10