Immer noch ein lobenswertes Konzept
Kurzfilme wurden oft geschmäht & übersehen. Der Horrorfilm ist das unterschätzteste Filmgenre der Welt. Da kann eine innovative Zusammenführung dieser beiden Außenseiter doch nicht schlecht sein, oder?
Da Teil 1 nicht zuletzt durch seine neue, polarisierende & pulsierende Art hohe Wellen schlug, ließ Teil 2 der 26-teiligen Horroranthologie natürlich nicht lange auf sich warten. Er war ja sogar schon im Abspann des Vorgängers angekündigt & das gesamte Projekt scheint eine längere Franchise zu werden, ist auch Teil 3 - ABCs of Death: Teach Harder - schon auf seinem blutigen Weg. Mich freut das, sind doch immer einige Gems dabei, wenn auch die Hit-Rate unter den 26 Shorties noch gehörig Verbesserungsbedarf bietet. Aber es ist bei 26 Regisseuren natürlich immer etwas Glückssache. Und selbst wenn mal ein Segment mies ist - das nächste, vielleicht tolle, lässt nicht lang auf sich warten. Und das Teil 2 allgemein auf etwas mehr Liebe stößt als der verhasste Vorgänger, zeigt, dass die Leute langsam bereit sind. Wieder waren die Vorgaben: je ein Buchstabe des Alphabets, 5000€, völlige kreative Freiheit für die Horror-Talente. Diesmal nur mit der willkommenen Einschränkung, nicht zu viele Toiletten & Fäkal-Szenen einzubauen, da sie viel zu viel Screentime bei Teil 1 hatten.
Das die Sammlung immer noch kurzweilig, verrückt, anders, etwas krank, voller schwarzem Humor & unterhaltsam as Hell ist, dürfte klar sein. Noch ist die Prämisse nicht abgenutzt. Und das ich nicht auf alle Beiträge eingehen werde, dürfte genauso klar sein, ist ein nicht allzu kleiner Teil doch keine große Rede wert. Daher hier noch nur Knaller & Verschaller, die Regisseure die sich kreative Mühe gegeben haben & die, zum Teil größere Namen, die nicht entsprechend abgeliefert haben.
Besonders hervorheben möchte ich diesmal das überraschende A für Amateur, das bedeutsam-grausame J für Jesus, das interessante K für Knell, das kreative O für Ochlocrazy, das Twilight Zone-hafte R für Roulette, das erschütternde, Kidnapped-hafte S für Split, das VHS-hafte V für Vacation, das super W für Wish & das verstörende Z für Zygote. Was insgesamt sogar mehr Hits als bei Teil 1 sind & keine schlechte Ausbeute.
Allerdings enttäuschten mich eine Segmente auch maßlos, gerade die der grösseren Namen wie die der Macher von Macabre oder Inside - oder ließen mich zumindest kalt. T for Torture Porn wirkt innovationsarm, P-P-P Scary for P einfach mies, Nexus for N sehr lahm, L for Legacy amateurhaft, F for Falling ermüdend, E for Equilibrium kindisch & B for Badger lauwarm. Das sind auch recht viele Luschen, auch wenn nicht ganz so kranke Sachen wie WTF oder Fart aus Teil 1 dabei waren. Aber immerhin ließ sich über diese lachen oder reden. Hier ist viel Einheitsbrei. Aber auch mehr denn je Geschmacksache. Und das Opening-Theme "La La La" ist so creepy, dass es einfach Kult werden muss.
Fazit: etwas schwächer, weniger hart & kontrovers als Teil 1. Insgesamt aber immer noch unterhaltsam & mit ähnlicher Hit-/Miss-Rate wie ABCs 1. Ein Hoch auf Kurzfilme - Teil 3 kann kommen!