Charles Band macht Missgeburten munter
"Hideous!" aka "In Vitro - Angriff der Mutanten" fühlt sich eher nach Troma oder sowas wie "Basket Case" auf Steroiden an als Full Moon - was definitiv als Kompliment, Alleinstellungsmerkmal, Lob, Fortschritt gesehen werden muss... Erzählt wird in dem äußerst schwarzhumorigen Fest des schlechten Geschmacks, der 90er-Mode und der kaputten Gene von einer Kläranlage aus der regelmäßig menschlicher "Abfall" und missgestaltete Wesen bzw. Babies (!?) gezogen werden. Und es gibt in dieser kranken Welt sogar eine Vermittlung, die diese armen "DNA-Abschreibungen" geneigten Käufern anbietet - und sich dabei in einen Konkurrenzkampf der Kuriositäten und Perversitäten begibt...
Gesellschaft für anatomische Spezialexemplare
Fragwürdig und fun. Viele Hände schnelles Ende. Mit "Hideous!" überschreitet Full Moon einige Grenzen und Tabus. Allein das mit Fehlgeburten, Missbildungen und Behinderungen dermaßen comichaft Schabernack betrieben wird, kann einigen übel aufstoßen. Das geht ein gutes Stück über die üblichen Puppen und Subspezien der Firma hinaus. Trotzdem ist das durch seine Übertriebenheit und seinen komödiantischen Ton nie wirklich ernst zu nehmen. Ziemlich genau die Mitte zwischen "Puppet Master" und "The Toxic Avenger". Ungewöhnlich für Full Moon gefühlt ohne wirkliches Augenmerk auf Merch und Sequels. Mit fast coen'esken Verstrickungen der zwielichtigen Vermittlungsorganisationen. Absonderlich, abstrakt, abartig. Mit bestem Wissen und Gewissen nicht weiter zu empfehlen. Oder zumindest nur den "richtigen" Leuten. Cremig. Nehm ich! Zum Teil mal wirklich und uneingeschränkt witzig. Schleimige Satire. Und wieder haben wir die bezaubernde, sexy Jacqueline Lovell als Extrapunkt.
Alles Einzelstücke
Fazit: ein unterhaltsamer und ungenierter Cocktail aus Klärwasser, DNA-Kreuzwuchs, Monstermadness und schlechtem Geschmack... Full Moon war selten unverschämter und frecher!