Die "Full Moon" Schmiede von Charles Band ist ja für mancherlei Kuriosität
a la "Troma" bekannt, doch "Head of the Family" setzt bisher dargebotenem die Krone auf: ein wilder Mix aus einer Trash-Version "Joanna von Orleans", vielen Sexeinlagen, einer zähflüssigen Story mit einem zunächst riesigen Aufgebot an durchgeknallten Figuren, vorne voran ein riesiges Gehirn, das seine drei Hinterwäldler-Geschwister per Telepathie kontrolliert...
Die Familie besteht aus dem Geschlecht der Stackpoles; vier Geschwister an der Zahl:
Myron (das Gehirn, quasi "Head of the Family"), Otis (ein Riese mit schieren Kräften),
Wheeler (mit den Augen eines Adlers, Ohren eines Fuchses und der Nase eines Jagdhundes) und Ernestina (eine überproportionierte Blondine). Das Gehirn will einen Körper, in das sein voluminöser Kopf passen könnte, so dirigiert er seine Geschwister das sie ihm neue Körper besorgen (vorzugsweise lebend), die dann zu grotesken Experimenten benutzt werden. Ein durchtriefter Wirt, der mit der Freundin eines Zuhälters bumst, kommt hinter die Machenschaften der Familie und zwingt sie den Zuhälter zu entsorgen. Als ihm das nicht reicht und weitere Forderungen stellt, rückt die Familie zusammen und holt zum Gegenschlag aus...
Was für ein Mist, es hätte so schön werden können. Eine Vielzahl an möglichen kruden Ideen, möglicherweise gute F/X oder zumindest ein bißchen Unterhaltungswert - das hatte dieser Film nicht.
Die Darsteller sind grottig bis nur mäßig, wirklich peinlich vor allem die Theateraufführung von der Verbrennung der "Joanna von Orleans" ist ist Highlight aller miesen Elemente dieses Films. Denn bevor man denkt das zumindest hier am Ende noch etwas für den Rest entschädigt - aus; selbst das Ende ist einfach nur peinlich. Auch in der amerikanischen Fassung ist der Film nicht blutiger oder brutaler. Leute werden ausgeknockt, einem drei Finger (onscreen) gebrochen...das war es schon. Von den Experimenten gibt es nichts zu sehen.
Dafür ziemlich viel Leerlauf, keine wirkliche Handlung mit viel Gerede und wenig Schauplätzen und viele Sexszenen, die höchstens aufgrund der beiden üppig bestückten Blondinen gefallen könnten. Nicht allzu offenzügig, aber lange - Langeweile inklusive. Denn der Gastwirt und die Zuhälterfreundin Loretta labern dabei nur Unsinn und platte Dialoge. Das ermüdet. Nicht einmal die Szenen im Haus der Stackpoles können etwas Atmosphäre oder Spannung bieten. Billigste Kulissen, kaum agierende Darsteller, hier passiert gar nichts.
Das Maske des Brain hat noch die "besten" F/X, die schrulligste Figur. Die anderen drei Geschwister sind - weil vom Brain aus telepathisch gesteuert - leere Wesen, die nur so in der Gegend herumstehen oder aber, wenn sie mal was sagen, nicht mehr als auf fünf Zeilen kommen. Und es passiert sonst wirklich nichts interessantes.
Fazit: Einer der schlechtesten Filme die ich je gesehen habe. Selbst Trashfreunde sollten sich lieber andere "Perlen" im Schweinestall ausgucken; dieser Film ist wirklich unterste Liga.