Brainstorming done right
Wie eine (zumindest für die Verhältnisse von Charles Band) recht kreative, schmerzfreie und abgründige Mischung aus Modoc, der Addams Family, den "Condeheads", Texas Chainsaw Massacre, "The Burbs", Erpressungsthriller, Softporno und dem üblichen Full Moon-Schmu kommt "Head of the Family" aka "The Brain" über einen Riesenkopf im Rollstuhl (!), der seine freakige Familie steuert, einen Folterkeller führt und der sich nicht vom örtlichen Vielvögler erpressen lässt...
Die Stackpools aus dem selben Genpool
Ein B- bis C-Movie durch und durch, comichaft und ulkig, eklig und versext, freaky und fies - "Head of the Family" ist ein ziemlich unanständiger Cocktail. Ich mag ihn! Wenn man weiß, was einen erwartet, kann man mit ihm durchaus Spaß haben. Grenzwertig in vielerlei Hinsicht, definitiv schlechter Geschmack. Trashig und tabulos. Aber da hatte Full Moon schon ganze Heerscharen an schlechteren Filmen im Programm. Auch hier wird etwas viel gelabert, gevögelt, um den heißen Brei gefilmt. So richtig weiß das Ding nicht, ob es denn mehr Horror oder komplett Komödie sein soll. Schwer einzuordnen. Teils verstörend daneben. Aber es gibt auch immer wieder Schmunzler und Kopfschüttler, im positiven Sinne versteht sich. Das "Riesenbrain" brennt sich einem ein. Es gibt etliche dumme Sprüche und inakzeptable Beweggründe. Ein banales Böse-gegen-böser-Spiel. Aber skurrile Ideen, Figuren und Details geben eine gewisse Würze, Perversität und Kurzweiligkeit. Was für 'ne Truppe, was für 'ne Nachbarschaft... Aber die süße Jacqueline Lovell ist zum Anbeißen. Selbst wenn hier außer ihrem dauergeilen Dummchen die Sympathieträger maximal rar erscheinen.
Freakshow ohne Fallhöhe
Fazit: bizarre und recht witzig-weirde Mischung aus Horror-, Familien- und Gesellschaftssatire. Allein vom Konzept her über sonstigem Full Moon-Stoff. Und oft genug auch noch ziemlich funny, böse, knuffig. Coole Creature-Effekte. Vielleicht liegt dieses Wohlwollen aber auch teilweise am sonstigen Niveau der Produktionsschmiede...