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Der Diner-Betreiber Lance hat eine Affäre mit Lorretta, der Ehefrau des Kleinstadt-Gangsters Howard, am Laufen... wovon dieser natürlich nichts mitkriegen darf. Um den lästigen Ehemann nun endlich aus dem Weg zu räumen, versichert sich Lance der Hilfe der bizarren Stackpool-Familie, bestehend aus Muskel-Heinz Otis, Adlerauge Wheeler und Sexbombe Ernestina, die allesamt mental unter der Kontrolle ihres misgebildeten Bruders Myron stehen, der beinahe nur ein riesiger Schädel in einem Rollstuhl ist (erinnert ein wenig an Belial aus "Basket Case", aber ohne den Sex-Appeal). Da Myron daran arbeitet, seinen Verstand in einen neuen Körper zu transferieren, lässt er seine Geschwister immer wieder Durchreisende von der Straße weg entführen, die dann im Folterkeller des Hauses als Versuchskaninchen herhalten müssen und anschließend lobotomisiert im Verlies landen. Als Howard nun ebenfalls im Keller verschwindet, könnte für Lance und Loretta alles in Butter sein, doch die beiden überspannen im Anschluss den Bogen, als sie versuchen, Myron mit ihrem Wissen auch noch um sein Vermögen zu erpressen... Wie ironisch, dass ein Film, dem man hierzulande den Titel "The Brain" verpasst hat, so gottverdammt hirnverbrannt geraten ist, ey! Selbst für die Verhältnisse von Charles Bands Full Moon-Klitsche, wo wo angesichts der Masse an Videotheken-Schund so mancher Plot ja eher nur ein Nachgedanke ist, ist dieser Streifen hier echt massiv bescheuert geworden, so dass es einen nicht wirklich wundert, dass der gute Mann hier zur Abwechslung mal nur unter Pseudonym als Regisseur und Produzent gewerkelt hat, denn im Vergleich hierzu wirken die ersten paar "Puppetmaster"-Teile direkt wie die Hohe Kunst des Geschichten-Erzählens und ganz großes Kino. Als ziemlich weirdes Freak-Family-Filmchen hat das Ganze natürlich seinen Ursprung bei Tobe Hoopers "Texas Chainsaw Massacre"... nur, dass The Brain" halt eben nicht als beinharter Schocker daherkommt, sondern stattdessen als groteske Horror-Komödie, bei der man aber dummerweise leider gar nichts zu lachen hat. Der schiere Trash-Faktor schraubt sich dafür aber in derart ungeahnte Höhen, dass sogar die dünnen Set-Wände wackeln, was dann irgendwie auf 'ne andere Art gruselig ist. Um bizarre Einfälle ist man dabei zwar nicht unbedingt verlegen, aber für gutes Entertainment sorgen diese keiensfalls! Auffälligerweise ist der Stuss aber nicht mit Bands geliebten Spielzeug-Puppen-Einlagen vollgestopft, für die Full Moon ja bekannt und berüchtigt ist, sondern stattdessen mit vielen, vielen Sex-Szenen mit der bezaubernden Jacqueline Lovell, die über die gesamte Laufzeit verteilt oft und gerne aus ihren Klamotten fährt und sich zum Schluss sogar full frontal nackig während einer improvisierten Theater-Aufführung im Stackpool-Keller als Jeanne d’Arc mit den Händen über dem Kopf an den Marterpfahl eines Scheiterhaufens fesseln lässt... und immer, wenn die im Bild ist, ist "The Brain" natürlich so drei, vier Sekunden lang der beste Film der Welt.

2/10

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