Im Zuge einer Testamentseröffnung auf einem einsamen Schloß erlebt Alleinerbin Christina (Christina von Blanc) einige recht merkwürdige Momente mit seltsamen Familienangehörigen in und um das alte Gemäuer. Das ist im Großen und Ganzen der Plot dieser von Trash-Großmeister Jess Franco gedrehten Horrorkomödie mit dem griffigen deutschen Namen Eine Jungfrau in den Krallen von Zombies. Das "Schloß Monteserrat" ist übrigens eine kleine Sommerresidenz, der "Schloßpark" eine gepflegte öffentliche Grünanlage.
Der Film beginnt mit Bildern und Zooms in einem dunklen Park auf Seerosenblätter und eine Hand, die sich unter nassem Laub hervorstreckt - die ersten Anzeichen von Zombies. Diese Zombies tauchen später nie wieder auf, da es sich um eine nachträglich eingebaute Szene handelt. Egal. Die angereiste Christina wird aus einer kleinen Pension vom Hausdiener der Familie mit dem Wagen abgeholt. Auf der Fahrt dorthin sitzt dieser retardierte Diener Basilio - dargestellt von Jess Franco himself - mit ihr auf der Rückbank und glotzt debil in die Gegend, während Christina durch das geöffnete Fenster in den Park rausschaut und dabei seltsame Prosa rezitiert: "Nebelschwaden ziehen vorbei und ersticken die lebensspendende Sonne..." - von Nebel ist in der hundsordinären Vegetation zwar nichts zu sehen, aber immerhin deutet sich schon die Franco-typische Stilrichtung an. Auf dem Herrensitz angekommen, steht Christina erst einmal allein herum, bis sie Orgelgeklimper hört und freudig zu Onkel Howard (Howard Vernon) läuft, der voll Inbrunst in die Tasten haut und total vergeistigt von sich selbst in der dritten Person spricht, seinen Besuch dabei aber nicht einmal ansieht...
Das Ganze wirkt ziemlich strange und soll wohl eine gruselige Atmosphäre erzeugen, leider passt das Orgelgedudel keineswegs zu den Bewegungen von Howard und zum viel zu kleinen Klavier, erst recht ist das kein Walzer, wie Christine zu erkennen glaubt. Im Raum sitzt auch die blonde Carmencia (Britt Nichols), die Christine zur Begrüssung auf den Mund küsst: "Warum küsst du mich auf den Mund?" - "Nur so." Ahja. Dann zieht Carmencia hektisch an ihrer Zigarette und hustet: "Was hast du denn?" fragt Christina - "Nichts." Soweit die hochgeistigen Gespräche der beiden Blondinen. Dann geht Christina allein einen Stock höher, durchquert wort- und grußlos ein Zimmer, in dem eine Dunkelhaarige gut sichtbar an einem Schreibtisch sitzt, um dann zielstrebig zu Tante Herminas Sterbebett zu gelangen. Tante Hermina ist die zweite Frau ihres anlaßgebenden verstorbenen Vaters, eine kurzhaarige junge Frau, kaum älter als ihre Stieftochter. Sie versucht Christina noch etwas zuzuflüstern, und während diese sich zu ihr hinunterbeugt, fallen ihre Haare dabei unabsichtlich auf das Gesicht der "Sterbenden", die beim gekünstelten Röcheln diese Haare noch leicht wegbläst... Was für ein Müll!
Nun sind dergleichen handwerkliche Fehler ja ein Markenzeichen von Trash-Filmen, zumal von solchen aus Jess Francos umfangreichem Opus, wenn ein Horrorfilm allerdings eine derart staubtrockene, ernste Atmosphäre aufzuziehen sich bemüht wie Eine Jungfrau in den Krallen von Zombies wird dieser Anspruch durch solche Schnitzer geradezu konterkariert. Andererseits gehört gerade dieser Aspekt fast schon zwingend zu einem richtigen Franco-Film...
Allerdings scheint das Drehbuch unter Drogeneinfluß geschrieben worden zu sein, denn bei der "Totenmesse" für Tante Hermina orgelt Howard mit einer Zigarette im Mund, während er Verse rezitiert (wie macht der Mann das bloß?) und Carmencia lackiert sich dabei die Fußnägel. Leider verliert der Film schon nach kurzer Zeit den roten Faden, denn die aneinandergereihten möchtegern-grusligen Szenen ergeben nicht wirklich eine stringente Handlung. Zwischendurch spaziert Christina im Park herum, schwimmt im Seerosenteich, hört seltsame Geräusche und findet tote Fledermäuse auf ihrem Bett, während Jess Franco als schwachsinniger Diener eine Plastikhand in der Hand hält (shocking!) und ansonsten Grunzlaute von sich gibt. Mit psychedelischer Musik-Untermalung plätschert die Geschichte ohne Höhepunkte vor sich hin, vergeblich wartet man auf einen Knalleffekt, alles wiederholt sich irgendwie und irgendwann ist der Film dann aus.
Um dieses "Werk" (oder besser: Machwerk) mehrfach vermarkten zu können, wurden übrigens später einige Szenen nachgedreht, die sich im Bonusmaterial der DVD befinden. Unter Anderem tauchen dort auch die bereits erwähnten grottenschlecht dargestellte Zombies und eine noch schlechter gemachte Vergewaltigung auf, die drehtechnisch gar nicht in den Hauptfilm passen, gepasst hätten und gepasst haben.
Neben der dünnen bis fehlenden Handlung, einem kostengünstigen Drehort und Zooms auf die Gesichter der sich sehr langsam bewegenden Akteure gibt es Franco-typisch auch ein klein wenig Nudity: die zumindest nicht häßlichen Damen sind zeitweise auch mal hüllenlos zu sehen, Carmencia hat eine harmlose Lesbenszene und Christina findet im Traum einen schwarzen Dildo am Boden. Für diese Sekundärtugenden und das Bemühen (wohlgemerkt: Bemühen) eine gruselige Atmosphäre zu erzeugen, gibts 2 Punkte, mehr ist für Eine Jungfrau in den Krallen von Zombies, die mehr ein Sammlerstück für hartgesottene Franco-Freunde darstellt, beim besten Willen nicht drin.