Review

Christina bezieht ein altes Herrenhaus, um der Lesung des Testaments ihres verstorbenen Vaters beizuwohnen. Hierbei trifft sie auf reichlich fragwürdige und gruselige Gesellen, die teilweise schon gar nicht mehr lebendig wirken. Hierbei merkt Christina kaum, wie die Lage für sie immer bedrohlicher wird.

So, ein weitere Film von Jess Franco, dessen Schaffen bei mir wohl am ehesten mit „Hit and Miss“ beschrieben werden könnte. Als „Hit“ würde ich da ohne zu zögern einen Großteil der Filme von und mit Erwin C. Dietrichs Hilfe beschreiben – als „Miss“, naja – vieles! Leider Gottes handelt es sich bei „Eine Jungfrau in den Krallen von Zombies“ eher um Letzteres.

Dabei ist die Ausgangslage wirklich absolut vielversprechend. Ein gutes Setting, viel Handlungsleerlauf, den man mit Sleaze und anderen Beispielen der Exploitationtugenden füllen könnte, ein passendes Ambiente und zwei der hübschesten Darstellerinnen, die Franco zu bieten hat. Leider Gottes wurde hier fast alles an Potential verschenkt. Die Handlung ist nicht nur wirr, sondern gewissermaßen nichtexistent. Hier und da kommt ein leichtes Gothichorrorfeeling auf, das aber sofort im Keime erstickt wird. Auch ein wahres Gefühl von Bedrohlichkeit oder Horror stellt sich nie ein. Wer Gewalt oder Sex erwartet, wird enttäuscht werden. Neben den zwei Klecksern roter Wandfarbe, sieht man zwar ein wenig Nacktheit, aber wirklich ausgebaut wird dieser Aspekt nie. Übrig bleibt ein Sammelsurium von Anfängen, die zu keinem Ende führen und ein Genremischmasch, der sich selbst nicht verstehen und demzufolge auch nicht entwickeln kann.

Positive Eigenschaften, wenn auch rar gesät, lassen sich natürlich im Ansatz erkennen. Ein gewisses Flair ist auszumachen, die laszive und unterschwellige Erotik (vielleicht auf Jean Rollin zurückzuführen?) schwingt doch immer mit und so ganz unatmosphärisch ist das Geschehen auch nicht. Dennoch bleiben dies alles Tropfen auf dem heißen Stein.

Fazit: „Eine Jungfrau in den Krallen von Zombies“ ist leider einer dieser Filme, bei dem Titel und Cover einen Scheck ausstellen, den Franco nicht auszubezahlen weiß. Die gute bis sehr gute Ausgangssituation versinkt in der Ereignislosigkeit und besonders unverzeihlich ist der fehlende Erotikgehalt. Nur für Komplettisten und Sammler interessant – beim Rest dürfte sich Enttäuschung breitmachen. Schade!

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