Nach ihrer Anreise mit dem Zug von Hamburg nach Graz, wo sie sich eigentlich mit ihrem Freund Max treffen will, wird die junge Charly von ihren Freundinnen Rita, Sonja und Ingrid am Bahnhof abgefangen und "überredet", ein Mädels-Wochenende in der Berghütte von Ritas Vater zu verbringen... und Ausreden werden nicht akzeptiert, zumal sich ja auch ihre schwerkranke fünfte Freundin Manu bereits angekündigt hat. Charly selbst verbindet mit der besagten Hütte eher ungute Erinnerungen, denn im Kindesalter haben die fünf Mädchen genau dort einst Max' Vater beim Herumspielen mit einem geladenen Gewehr so schwer im Gesicht verletzt, dass dieser dadurch ein Auge und die Fähigkeit zu Sprechen verloren hat. Für ihre Tat geradestehen mussten Rita und die anderen allerdings nicht, denn ihr alter Herr hat alles so gedeichselt, dass der Zwischenfall damals einem vermeintlichen Wilderer zur Last gelegt wurde. Als das Quintett nach der Ankunft Manus an der besagten Hütte komplett ist, dauert es nicht lange, bis die Stimmung im Keller ist, denn die unterschwelligen Animositäten innerhalb der Frauen-Gruppe kommen da schnell an die Oberfläche... und dann tauchen auch noch drei übergriffige Kerle auf, die man auf dem Hinweg mit dem Auto von der Straße gedrängt hat und die sich nur mit vorgehaltener Flinte wieder vertreiben lassen. Als die Nacht hereinbricht und ein starkes Gewitter aufzieht, das die Frauen an Ort und Stelle festsetzt, kommt es in der Hütte zu einem Mord... und es scheint so, als wäre eine der Anwesenden die Täterin... Zunächst macht es wirklich nicht den Eindruck, als würde "Blutsschwestern" (bzw. "Die Tote in der Berghütte", wie er hierzulande bei seiner TV-Premiere hieiß), eine deutsch-österreichische Co-Produktion zwischen ZDF und ORF, ein wenig frischen Wind auf die Mattscheiben der Nation bringen... zu abgetakelt sind da bereits die Figuren-Konstellation sowie die Ausgangslage der Handlung. Von Thomas Roth ist das alles zumindest in ein inszenatorisches Korsett gepackt worden, das einen recht soliden Rahmen für abkopierte Schuld-und-Sühne-Versatzstücke bildet, die damals im US-Slasher-Kino der 80er allerdings noch wirkungsvoller eingebracht wurden als hier. Die zu Beginn etwas piefige Fernsehfilm-Atmosphäre weicht da erst nach der Ankunft am abgeschiedenen Handlungs-Ort Hütte gepflegter Thriller-Spannung, wenn da zwischendurch kurz mit Home-Invasion- und Whodunit?-Elementen herumgespielt wird, was man für hiesige Verhältnisse als überraschend bezeichnen darf. Zusammengehalten wird das alles aber auf jeden Fall von den mehr als passablen Leistungen der Darstellerinnen, die dem Beziehungs-Geflecht inklusive der geschilderten Dynamik innerhalb der Mädels-Gruppe eine gewisse Glaubwürdigkeit verleihen, die auch dringend notwendig ist, um die Geschichte an sich zu akzeptieren... obwohl Frauen, die sich gegenseitig nicht ausstehen können, ja auch in der Realität gerne mal jahrzehntelange "Freundschaften" miteinander pflegen. Wenn die erste Hälfte von "Blutsschwestern" nicht so melodramatisch aufgebauscht wäre und die recht banale Auflösung da wirklich einen dramaturgischen Höhepunkt markieren und nicht nur im Nachgang der eigentlichen Handlung quasi als Coda nachgereicht werden würde, könnte man ihn dennoch als Beispiel für einen gelungenen TV-Made-Psycho-Thriller echt weiterempfehlen, in der vorliegenden Form empfindet man das Ganze letztendlich leider doch als ein wenig zwiespältig... schade.
6/10