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NEW YORK - 4. Juli, Amerika feiert seinen Unabhängigkeitstag. Lenka und ihr Verlobter Dexter genießen die Parade und das Feuerwerk. Überraschend macht er ihr einen Heiratsantrag. Für ihre Flitterwochen mieten die beiden eine Villa in der Türkei. Während Lenka im Haus bleibt, fährt Dexter in die Stadt um einige Besorgungen zu machen. Als er zurückkehrt, fehlt von Lenka jede Spur. Jemand schlägt Dexter bewusstlos, worauf kurze Zeit später aufgrund eines seltsamen Notrufs die Polizei eintrifft. Als die Polizisten versuchen Dexter mit Gewalt festzuhalten, flüchtet er. Es bleibt Ihm nicht viel Zeit, Lenka zu finden und seine Unschuld zu beweisen…


In regelmäßigen Abständen trifft man immer wieder mal auf Filme, über die man am liebsten den Mantel des Schweigens ausbreiten würde. "Lenka Wood - Spurlos verschwunden" von Paul Tanter zählt ganz bestimmt in diese Kategorie und es ist wirklich traurig mit anzusehen, welch durchaus vorhandenes Potential man bei dieser Geschichte verschenkt hat. Gute Ansätze sind nämlich vorhanden, doch eine vollkommen vorhersehbare Story, schlecht agierende Darsteller und eine lieblose Gesamt-Inszenierung sorgen dafür, das zu Beginn eventuell noch aufkeimende Hoffnung auf einen spannenden Film sehr schnell zerschlagen wird. Fangen wir aber zunächst mit dem Positiven an, denn dieses üble Machwerk hat lediglich eine Netto-Laufzeit von knapp 68 Minuten, so das man nicht allzu lange mit gähnender Langeweile konfrontiert wird. Das sich eine solch kurze Zeitspanne aber auch durchaus wie ein Kaugummi in die Länge ziehen kann wird dem Zuschauer hier mehr als eindringlich vor Augen geführt, so das man gefühlte Stunden vor dem heimischen TV einer wahren Qual ausgesetzt wird, um diese Billig-Produktion einigermaßen schadlos zu überstehen.

Tanter bemüht sich dabei noch nicht einmal die Ansätze eines Spannungsbogens erkennen zu lassen, denn seine ständig eingestreuten Flashbacks in die berufliche Vergangenheit des Hauptdarstellers deuten mehr als deutlich an, aus welchen Gründen die ominöse Lenka Wood entführt worden ist. Und so wird man dann auch mit einem Szenario bedient das jeglicher Überraschungsmomente entbehrt und zudem auch noch mit einem Haufen von Klischees beladen ist. Lediglich zum Ende hin versucht der Regisseur, seinem vollkommen misslungenen Film eine innovative Note zu verleihen und den Gesamteindruck ein wenig aufzuwerten. Wenn man jedoch nicht gerade auf dem Baum schläft und vollkommen weltfremd ist, dann braucht man nicht zwingend einen Schulabschluss, um die als Pointe gedachte Finaleinstellung vorher zu sehen. Und so wie das gewählte Finale gestaltet sich auch das gesamte Szenario, bei dem einen streckenweise das Gefühl überkommt, das man jede der folgenden Passagen auf das Genaueste vorhersehen kann.

Das größte Manko sind allerdings die hier versammelten Darsteller die durch die Bank absolut hölzern und ohne jede ablesbare Emotion agieren. Sicher, man kann vielleicht nicht unbedingt oscarreifes Schauspiel erwarten, doch was dem Zuschauer an dieser Stelle phasenweise vorgesetzt wird grenzt schon fast an Körperverletzung. Mimik scheint für die Akteure ein Begriff zu sein den sie noch nie im Leben gehört haben, denn anders sind die stoischen Gesichter nicht logisch zu erklären. Streckenweise kann da schon einmal der Verdacht aufkommen das die Gesichtsmuskeln aller Charaktere noch nie bewegt wurden oder das die gesamte Truppe unter akuter Gesichtslähmung leidet. Tanter geht aber noch eine Stufe weiter und lässt seine Protagonisten Dialoge austauschen, die diese Bezeichnung zum größten Teil noch nicht einmal verdient haben.

Was am Ende bleibt ist ein Film ohne jegliche Inspiration und man stellt sich ganz unweigerlich die Frage, was der gute Paul Tanter mit diesem Werk aussagen möchte. Viel kann es im Prinzip nicht sein und so muss man als Betrachter schon fast zwangsläufig zu der Erkenntnis gelangen, das es dem guten mann eventuell an den nötigen Fähigkeiten mangelt, um eine wirklich interessante Geschichte ebenso in Szene zu setzen. Wie dem auch sei, "Lenka Wood - Spurlos verschwunden" kann noch nicht einmal in Ansätzen die Hoffnungen erfüllen, die sich aufgrund der Inhaltsangabe vielleicht bei manchem Zuschauer aufbauen. Ich sage so etwas nicht gern, aber dieses Machwerk siedelt sich wirklich nur ganz knapp über dem filmischen Bodensatz an, so das man sich eine Sichtung möglichst ersparen sollte. Masochisten hingegen dürften ihre helle Freude an diesem Streifen haben, der einem teilweise fast schon körperliche Schmerzen zufügt.


Fazit:


Liest man sich die Inhaltsangabe durch dann erwartet man zumindest einen einigermaßen spannenden Thriller. Geboten bekommt man jedoch nur eine vollkommen uninspiriert umgesetzte Story Line ohne jegliche Überraschungen, die selbst bei einer Laufzeit von knapp 68 Minuten jede Menge Langeweile verbreitet und keinesfalls kurzweilige Unterhaltung bietet.


2/10

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