James Belushi und Charakterdarsteller Louis Gossett, Jr. standen 1987 alleine gegen eine Bande von Terrorschülern. Das Thema Gewalt an Schulen ist spätestens seit Mark L. Lesters Zukunftsblick „Die Klasse von1984“ kein Thema mit zu wenig Aufmerksamkeit. In „Der Prinzipal“ wird dieses brisante Thema von Christopher „Young Guns“ Cain in einen sinngemäß fragwürdigeren aber durchaus packenden Thriller umgewandelt.
Rick Latimer (ernst bis ulkig: James Belushi) ist ein rüder Geselle von einem Lehrer. Den Freund seiner Ex verdrischt er samt Auto mit dem Baseballschläger, und ansonsten trinkt er Bier mit Kakao gemischt. Dem Schulrat wird das alles irgendwann zuviel, und Rick wird an die „Brandel High“ versetzt – mitten ins Ghetto, wo nur die Schlimmsten landen. Dementsprechend regieren Drogen und Waffengewalt den Schulalltag. Die motivationslosen, teils eingeschüchterten Lehrer schweigen und nehmen es hin, Unterricht findet derweil nur sporadisch statt. Latimer, der keineswegs vorhat, hier und jetzt zu resignieren, freundet sich mit dem Hausmeister und Sicherheitsmann Jake Phillips an (deutlich bester Schauspieler des Films: Louis Gossett Jr.) und beginnt, in der Schule aufzuräumen – dabei geht er mitunter sehr engagiert und impulsiv zu Gange – sehr zum Leidwesen von Gangboss Victor, der sich von seinem „Posten“ mehr und mehr verdrängt fühlt und mit Drohungen und Gewalt gegensteuert. Als eine Lehrerin (Rae Dawn Chong) vergewaltigt wird und ein Schüler fast umgebracht wird, rastet Latimer vollends aus und es kommt zum Showdown in der Schule...
In „The Principal“ geht es durch und durch actionlastig zur Sache, und leider kommt die Spannung in diesem High School Reißer etwas zu kurz. Hier wird mit voller Kelle geschöpft, und teilweise driftet das Ganze auch ins Unrealistische ab – dennoch bleibt der Einblick auf den blutigen Alltag auf das Schulwesen in den USA durchaus glaubwürdig und realitätsnah. Belushi ist einmal mehr Kameramagnet und versorgt den Zuschauer nicht nur mit emotionalem Spiel, sondern auch mit sich selbst – losgelöst von seiner Rolle gibt er den Paten für diverse Komikereinlagen, die den Hauptdarsteller erfolgreich sympathischer machen. Gossett Jr. bekommt unverdienterweise zu wenig Focus ab als Hausmeister und gefallener Footballprofi – schade drum, denn er entpuppt sich auch in diesem Film mal wieder als herausragender Darsteller mit unerwarteter Qualität für einfühlsame Charakterdarstellung. Die Leistungen der Schüler sind okay (allen voran Esai Morales als Legastheniker), und man fühlt sich teilweise wirklich mittendrin im sozialen Brennpunkt der Schule. Leider wirkt der Film bisweilen arg amerikanisiert, und so werden öfters mal diverse Klischees bedient und so manche Szene driftet ziemlich ins Dämliche und Vorhersehbare ab, nichts desto trotz ist der Film packend in Szene gesetzt worden und kann durchaus gut unterhalten.
Netter Genremitbegründer und neben „187“ und „Die Klasse von 1984“ mit der beste Beitrag zu diesem Thema von amerikanischer Seite her – auch wenn man in Deutschland bereits mit unzähligen Filmen zeigen konnte, dass man es mindestens genauso gut drauf hat (vgl. Roland Suso Richters „Svens Geheimnis“). Dennoch: für Belushi Fans Pflichtprogramm, für alle anderen am Thema interessierten durchaus einen Blick wert; davon abgesehen bietet der Streifen massig 80er Flair, welches ich immer wieder gerne habe.