„Der Prinzipal – Einer gegen alle“ kommt unterhaltsam und dramatisch, wenn auch nicht immer realistisch daher.
Rick Latimer (James Belushi) ist Lehrer an einer recht angesehenen Schule, doch seit seiner Scheidung hat er sich nicht mehr richtig im Griff. So betrinkt er sich gerne in seiner Stammkneipe. Als seine Frau dort mit ihren neuen Freund auftaucht, rastet Rick aus, bedroht den Mann und demoliert dessen Auto. James Belushi gibt den Rick ziemlich überzeugend, auch wenn seine Darstellung zu Anfang ein paar klischeehafte Züge hat.
Die Strafe für diesen Kontrollverlust erfolgt auf verdeckten Wege: Rick wird zum Rektor befördert. Allerdings an der Brandell High School, an die man alle Kinder abschiebt, die von anderen Schulen geflogen sind. Dabei handelt es sich zum großen Teil um kriminelle Ghetto-Kids, wie Rick schon am ersten Tag feststellen muss, als er in einen gewalttätigen Streit eingreift. Dies ist zwar etwas übertrieben dargestellt (ein Auto rast bei der Verfolgung eines Jugendlichen den Zaun platt), aber etabliert schnell den rauen Ton in der High School.
Rick will hart durchgreifen, doch er muss mit Entsetzen feststellen, dass er da wohl der einzige ist. Die Lehrer versuchen zu unterrichten, so gut es geht, aber kümmern sich nicht darum, ob die Schüler auf den Gängen rumlungern und die Polizei meidet die High School. Auch Rick will zuerst den Job wechseln, doch dann rafft er sich auf und beginnt für eine ordentliche Schule zu kämpfen. Unterstützung erhält von dem Sicherheitschef Jake Phillips (Louis Gossett Jr.) und die hat er gegen die Dealer und Kriminellen der Schule bald auch nötig...
„Der Prinzipal“ ist ein nicht immer realistischer, aber unterhaltsamer Film, der Elemente von Drama und Thriller zu einem gelungenen Mix verrührt. Dabei ist die Handlung ganz gut erdacht und bietet ein paar ordentliche Wendungen, auch wenn diese nicht immer wirklich überraschen können. Die Spannung erreicht ein solides Niveau und auch das Tempo ist angemessen gewählt worden.
Haupthandlungsstrang, der als roter Faden durch den Film führt, ist die Auseinandersetzung zwischen Rick und dem Chef-Dealer Victor Duncan (Michael Wright), die im Verlauf des Films immer härtere Züge annimmt. Dies ist zwar etwas überzogen, doch an sich immer recht spannend und bietet auch ein paar etwas spektakulärere Szenen, wenn es mal hart auf hart kommt. Dabei gleitet das Ganze auch allzu sehr in die B-Ecke ab, was vor allem James Belushis lakonischer Darstellung zu verdanken. Genre-typisch: Das Mixen widerwärtiger Drinks aus den Resten im Kühlschrank.
Doch auch die dramatische Seite des Films wird in diversen Sub-Plots immer wieder aufgegriffen, wobei es um lernschwache Schüler, den Ausstieg aus Gangs oder die Haltung der verschiedenen Lehrer geht. Diese haben meist auch einen realistisch nachvollziehbaren Kern, worin auch ein wenig die kritische Seite des Films zum Vorschein kommt, verleihen „Der Prinzipal“ aber auch mehr Tiefe. Verbunden werden auch diese Subplots durch die Figur des Rektors, was ein ganz guter dramaturgischer Kniff ist.
James Belushi als Prinzipal liefert eine wirklich sehr gute Darstellung ab, welche die verschiedenen Aspekte der Figur gut herausbringt. Auch Louis Gossett Jr. ist als harter, aber herzlicher Typ mal wieder überzeugend und auch die Fieslinge agieren trotz einiger Klischees angemessen böse. Auch die Nebendarsteller machen ihre Sache durch die Bank weg gut.
Alles in allem ist „Der Prinzipal“ ein unterhaltsames High School Drama, dem etwas an Realismus mangelt, das aber dennoch spannend ist.