Final Sequence. Das Tripple ist vollbracht! Dieses Mal holen es nicht die Bayern, sondern Regisseur Tom Six. Lange hat’s gedauert. Zumindest für die wartende Fangemeinde. Rückblickend betrachtet hätte man sich ruhig noch mehr Zeit lassen können. Vielleicht sogar sollen oder müssen.
Der sadistische Gefängnisdirektor William Boss (Dieter Laser, HUMAN CENTIPEDE 1) will sich mit allen Mitteln den Respekt seiner Insassen erkämpfen. Da Folter und Schikane nicht ausreichen, bringt Assistent Butler (Laurence R. Harvey, HUMAN CENTIPEDE 2) die Idee auf, nach dem Vorbild von zwei bekannten B-Horrorfilmen zu handeln…
Der Kreis schließt sich – nicht! Betrachtet man die Entwicklung der Franchise ist es nicht verwunderlich, dass bei HUMAN CENTIPEDE 3 nur noch ein schwacher Abglanz der Grundidee des „Ass-To-Mouth“-Festivals vorhanden ist. Der Plot wird unverständlicher, hanebüchener Weise in einen Gefängniskomplex verlegt. Anfängliche Vergleiche zum Knastactioner STORY OF RICKY oder dem WIP-Klassiker ILSA – SHE-WOLF OF THE SS verwirft man schnell. Es ist klar: Alles läuft darauf hinaus, dass eine Unzahl an Gefängnisinsassen unfreiwillig Mund an Arsch aneinandergenäht wird. Das weiß man, darauf wartet man. Doch der Film lässt sich Zeit. Sehr viel Zeit. So viel Zeit, dass es echt richtig weh tut. In dieser unsäglich langen Zeit des schmerzenden Wartens passiert… nichts. Oder zumindest nicht wirklich viel. Gefängnisdirektor Boss plärrt wie ein brünftiger Pavian alles zusammen, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Parallelen zu Dennis Hopper als Frank Booth in BLUE VELVET oder Sergeant Hartman in FULL METAL JACKET sind deutlich vorhanden. Der ganze Film „lebt“ (wenn das nicht zu viel des Lobes ist) tatsächlich einzig und allein von Dieter Lasers One-Man-Show. Seine Performance ist purer Wahnsinn. Ein hypercholerischer Brüllaffe im Stile von Klaus Kinski und Jürgen Klopp. Wie Herr Laser wohl privat so drauf sein mag? Im Film frisst er jedenfalls geräucherte Klitorisse… Klitoren… FUCK! …Kitzler aus Afrika.
Ansonsten passiert sehr wenig um nicht zu sagen: nichts. Die zwei-drei Gewaltszenen, u.a. Waterbording mit siedendem Wasser und eine Hodenextorsion, entlarvt man übereindeutig schnell als plumpe Lückenbüßer. Tortureporn im Knast – es hätte so schön sein können. Doch nicht einmal der „finale Tausendfüßler“ entschädigt für das brave Ausharren. Im Gegenteil. Detaillierte OP-Szenen bleiben genauso aus wie Kackophonie und Koprophilie. Ein glorreiches Ekelfinale und der Olymp in Sachen Perversion bleiben einem also wieder einmal verwehrt.
Neben Dieter Laser und dem degenerierten, zurückgebliebenen Gnom aus Teil 2, der hier gar nicht mehr so degeneriert und zurückgeblieben ist, wirken ebenfalls mit: Robert LaSardo (DEATH RACE, WATERWORLD, JUNKIE) – er bekommt die Eier abgeschnitten, Tommy ‘Tiny’ Lister (DAS FÜNFTE ELEMENT, FRIDAY), Pornosternchen Bree Olson (SCOOBY DOO: A XXX PARODY, NORTH POLE 83, BIG TITS AT SCHOOL 9) – dringend notwendiger Tittenfaktor – und, man glaubt es nicht, Eric Roberts (DARK KNIGHT, EXPENDABLES), der wohl ganz dringend Geld gebraucht hat. Regisseur Tom Six lässt es sich nicht nehmen in einer extrem unnötigen Nebenrolle seine schauspielerisches Unvermögen unter Beweis zu stellen. Echt schade drum.
Fazit:
Enttäuschend. Da reißt auch die tiefe Liebe zu Teil 1 nicht mehr viel raus.