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Die drei dümmsten Studenten-Flittchen, die man seit langem im B-Sektor zu sehen bekommen hat, fahren raus in die Natur. Am Ziel - einem See im Wald - angekommen, merken sie, dass ihre Handys keinen Empfang haben und sie vorübergehend nicht den halben Tag auf ihr Display zu glotzen brauchen. Was macht man also in so einer Situation? Man zieht sich zur Freude des männlichen Zuschauers aus und geht im See schwimmen. Dabei redet man allerlei ordinäres Zeug und gibt dem pathologischen Zwang nach, den versammelten Nachbarn zeigen zu müssen, wie schwer die Pubertät fällt. Als dann noch überraschend die drei Freunde der Mädels am See auftauchen, die ebenfalls weit weniger Grips als Schimpansen haben, wird der kommunizierte Stumpfsinn in der Ferienhütte grotesk. Soziale Wehwehchen, Tattoos herzeigen und gruppendynamische Reibereien auf Kindergartenniveau treten aber jäh in den Hintergrund, als man endlich merkt, dass die Biber im Teich zu den titelgebenden Zombibern mutiert sind, die nicht nur durch ihre Bisse Menschen in untote Nagetiere verwandeln, sondern auch die Funktion von Telefonen verstehen. Als also auch das Festnetz gekappt ist und mit keiner Hilfe von außen zu rechnen ist, müssen die Sechs selbst aus dem Forst entkommen. Doch die Biber haben sich inzwischen organisiert und das Haus umstellt.

„Zombiber" hat durchaus das Potential zu einem kleinen Genre-Hit. Das Regiedebut von Jordan Rubin macht viel von dem richtig, was andere Filmchen ähnlicher Bauart falsch machen. Es versucht, die Gagdichte hoch zu halten (was dennoch nicht immer gelingt) und verliert nicht das Bedürfnis des Zuschauers aus den Augen, hirnlos, aber qualitativ unterhalten zu werden. So sind die peinlichen Figuren absichtlich als geistig erloschene Lichtlein angelegt und nicht etwa, wie im Falle der meisten Filme Michael Bays, ungewollt misslungen. Die stereotypen Charaktere der bald in Fetzen gerissenen Twens sind dabei derart überzeichnet, dass man gar nicht anders kann, als die Biber anzufeuern. Ob es der Spaßvogel der Gruppe mit Froschgesicht ist, der, als sei das lustig, im Hochsommer eine gefütterte Wintermütze mit Ohrenwärmern trägt oder die vorgebliche Spießerin der Mädels, die ohne mit der Wimper zu zucken ihre Freundinnen verrät - man soll den jungen Leuten ihren Exitus vergönnen.

Natürlich spricht ein Film mit einer so blödsinnigen Geschichte nicht jedermann an. Aber das soll er auch nicht. Nur Freunde waschechter Genrekost dürfen sich hier aufgefordert fühlen, in geselliger Runde einen albernen Abend zu planen. Dabei werden ihnen unzählige Versatzstücke traditionellen B-Horrors mundgerecht serviert, die vor allem deshalb schmecken, weil der Film mit Liebe zur Story und nicht als einfallslose Auftragsarbeit daherkommt. Dazu passt, dass, ganz so wie die meisten Fans das wünschen, bei den Effekten wenig bis extrem wenig Computer eingesetzt wird und alle Biber handgemachte Puppen sind. Wie beim vergleichbaren „Black Sheep" (2007), der für viele ebenfalls ein tierischer Spaß war, wird hier von Fans für Fans inszeniert. Nur noch ein bisschen frecher. Und ein bisschen lustiger.

Immer noch keine genaue Vorstellung, ob „Zombiber" die Zeit wert ist? Folgende drei Werbespäßchen des Filmverleihs mögen da als Entscheidungshilfe dienen:

„Time to shave your beaver"

"They'll dam you to hell"

„Dieser Film wird an Ihnen nagen!"


Nicht witzig? Dann Finger weg, denn der Film ist es vermutlich auch nicht.

Doch witzig? Dann Bier aus dem Keller und Freunde einladen.

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