Maßlos überschätzter dänischer Thriller, der mit einigen offensichtlichen Plotfehlern und einer viel zu frühen Auflösung frühzeitig die wenige Spannung, die überhaupt da war, zunichte macht. Obwohl die Atmosphäre rund um die Leichenhalle stellenweise überzeugen kann, sind die Schauspielerleistungen maximal im unteren Durchschnitt angesiedelt, ebenso die oft viel zu alberne Stimmung unter den weitestgehend unglaubwürdigen Hauptfiguren und die insgesamt schwach konstruierte Handlung. Ein Film, den man gut finden muss, weil er als europäischer Genrebeitrag ein Nischendasein fristet - tut dies aber völlig zurecht.
Interessant bei der Bewertung des Films ist hierbei oft die sich durch viele Reviews ziehende Feststellung, man habe einige Ungereimtheiten, bzw. Lücken in der Story entdeckt, aber könne dies schließlich leicht verschmerzen, da die Optik doch so toll wäre.
Besonders herausragend ist aber auch die Optik nicht, nicht so stark jedenfalls, das man über die anderen Fehler hinwegblicken könne - optisch bewegt sich Nightwatch im durchschnittlichen Krimithriller-Segment. Von amerikanischen Topthrillern wie Sieben oder 8mm ist er soweit entfernt wie der Standard-Tatort von Hitchcocks Vertigo. Am nervigsten sind aber die zum Großteil wirklich platten, unsympathischen Charaktere und ihr implausibles Zusammenspiel - wird dies doch so oft als Stärke des Films hervorgehoben, für mich unerklärlich, doch auch hier zwingt man sich wahrscheinlich eher diesen vielbeachteten "Geheimtipp" künstlich zu überhöhen.
4/10