Review

Viel Zeit ist für C. Thomas Howell seit „The Hitcher“ vergangen. Anstatt damals den Durchbruch zu schaffen, versank er erschreckend schnell im Videodschungel, um dort quasi am Fließband in oftmals katastrophalen Gurken anzutreten.
Ganz so schlimm hat es ihn bei „Sleeping Dogs“ nicht erwischt, von guter Unterhaltung bleibt man hier dennoch meilenweit entfernt.

Immerhin kann Regisseur Michael Bafaro nach seiner Debütschlaftablette „For a Few Lousy Dollars“ Fortschritte verzeichnen, denn der von Lloyd A. Simandl (u.a. „Xtro II: The Second Encounter“, „Shadowchaser“) produzierte Science-Fiction-Streifen spricht zumindest Leute wie mich, die einen Faible für solch günstige Ausblicke in die Zukunft mit spartanischen Kulissen, archaischer Modelltricktechnik und sparsamen CGI-Effekten haben, an.

Der Plot selbst entpuppt sich, genre- und budgetgemäß, als langweilig und innovationsarm. Viel mehr erwartet man bei einer B-Produktion gar nicht, aber etwas mehr Tempo und Interesse an den Charakteren hätte „Sleeping Dogs“ schon gut getan.

Man schreibt das Jahr 2019 in L.A. und Profidieb Harry Maxwell (Scott McNeil) steigt in die Basis des exzentrischen, kriminellen Individuums Sanchez Boon (C. Thomas Howell) ein. Während der mit einem Polizeispitzel kurzen Prozess macht, will Harry seinen Safe leer machen. Aber weil er trotz seiner Raffinesse eine Laserschranke übersieht, ertönt bald der Alarm. Auf seiner Flucht nimmt er die dort sklavisch als Arbeiterin gehaltene Pandora (Heather Hanson) mit. Zusammen flüchten sie, um mitten in eine eskalierende Ballerei zwischen Polizei und Harrys Mannen zu geraten. Aus der Schusslinie flüchtend, klettern sie in einen Container und schließen sich versehentlich ein.
Harry wird derweil gefasst, um per Raumtransporter auf einen Gefängnisplaneten gebracht zu werden. Der Einschlag eines Meteors (Kein Unterdruck?) unterbricht allerdings seinen Kälteschlaf. Er wacht auf, taut sich ein paar Schwerverbrecher auf und beginnt das Schiff zu kapern. Nur gut, dass dort noch ein Container mit Waffen herumsteht. Wer könnte dort wohl auch noch drinstecken...

Ja, die frechen Konstruktionen des Drehbuchs sind schlicht blöd und das soll sich im weiteren Verlauf des Films nicht ändern. Insbesondere das engstirnige Exemplar von Sicherheitschef, das, auf dem Zielplaneten sitzend, um jeden Preis das Schiff sprengen will, auch wenn dabei Unschuldige sterben, nervt mit Plattitüden und bös` klischeehaftem Getue.

Action gibt es in der ersten Hälfte relativ viel. Zwar haftet man in Punkto Waffen und Kleidung altmodisch in unserer Gegenwart, doch beidhändig ballernde Diebe, Explosivgeschosse und blutige Shootouts dürften die Genrefans begeistern. Freilich brennt Bafaro hier kein Actionhighlight der Sonderklasse ab und mir waren diese Szenen auch alle etwas zu schlecht ausgeleuchtet und unspektakulär, aber dank der Masse und einigen zumindest im Ansatz stylischen Ideen, fällt der Actionanteil solide aus.

Mit zunehmender Spieldauer wird „Sleeping Dogs“ dann leider immer uninteressanter, weil er den gewohnten Verlauf einsilbig nimmt: Harry und Pandora nehmen den Kampf gegen die Widersacher auf, krabbeln durch Luft- und Liftschächte, besorgen sich Waffen und versuchen den Plan Boons zu vereiteln. Der schickt seine Stereotypen los, um das ungebetene Paar eben auszuschalten. Die dämlichen Vorgehensweisen ärgern dabei ein ums andere Mal (Anstatt einen Korridor zu verminen, packt man einfach einen Dümmling mit Sprengstoff voll und lässt ihn sich ergeben bzw. sprengt ihn).

Die Charaktere bleiben profillos, ihre Kommentare wenig erinnerungswürdig und auch nicht witzig. Demzufolge sind die Leistungen der Darsteller auch ausnahmslos mau. Richtig schlimm ist auch der Retortenscore, der nie Schwung in die Bilder bringen kann und der zutiefst berechnende Einsatz von Sex und nackter Haut.


Fazit:
Wer etwas für schmuddelige, spartanisch ausgestattete B-Science-Fiction übrig hat, kann mal einen Blick in „Sleeping Dogs“ riskieren. Bis auf ein paar soweit passabel inszenierte Actionszenen vermag der Film jedoch nichts für sich verbuchen zu können. Die Akteure spielen schwach, der Plot ist langweilig und der Regisseur nun auch nicht mit so schrecklich viel Talent gesegnet. Kompletthalber abgeharkt...

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