Die eine Zutat, ist das wohl grausigste Fernseh-Phänomen aller Zeiten. Obwohl es alle hassen, schauen es täglich mehrere Millionen Leute: "Big Brother"! Die Andere, ist einer der wohl erfolgreichsten Idependent-Filme aller Zeiten, der trotz billigster Machart ein Millionenpublikum begeisterte: "Blair Witch Projekt"! In "Unsichtbare Augen" werden nun beide Zutaten mit einander vermischt und es sollte ein gruseliges "Big Brother"-Filmchen mit Blair Witch-Anleihen daraus werden. Unterm Strich ist diese Mischung aber nur bedingt gelungen!
"Unsichtbare Augen" krankt es nämlich, vor allem, an einem passenden Drehbuch und den ersten 50 Filmminuten! Die Geschichte um ein paar Teenies, die, für eine mysteriöse Internet-Variante von "Big Brother", in ein Kamerabewachtes Haus ziehen und dort plötzlich dem unaussprechlichen Grauen gegenüberstehen, ist zwar auf typischen Horror-Niveau geschrieben worden, doch kann sie nur in den Grundzügen wirklich überzeugen. Ansonsten wird, vor allem in den ersten Minuten, nur gepflegte Langeweile geboten. Von Logik-Lücken mal ganz zu Schweigen.
Denn zu Beginn passiert erst einmal gar nichts, was irgendwie von Belang sein könnte. Die Figuren werden einem, allesamt, in keinster Weise vorgestellt, genauso wenig gibt es eine konkrete Erklärung dafür, wie sie überhaupt zu dem Projekt gekommen sind. Im Prinzip wird der Zuschauer mitten in das Geschehen hinein versetzt, ohne recht erklärt zu bekommen, wer hier wer ist und wo der Sinn hinter dem ganzen Treiben steckt. Dazu zieht sich der Streifen erst einmal höllisch in die Länge, da Anfangs wirklich nichts passiert, was den Film irgendwie voran treiben könnte. Nur viele sinnige Dialoge und blödsinnige Handlungen, der strohdoofen Filmfiguren.
Erst nach mehr als 50 Minuten, wird es endlich interessant. Denn was sich da so Mysteriöses im Haus herum treibt, dass will man dann doch wissen. Mit relativer Konstantheit, wird an der, bis jetzt so schmerzlich vernachlässigten, Spannungsschraube gedreht und auch eine gewisse Atmosphäre ist durchaus zu spüren. Bis zum Schluss gibt es dann eine Spur nach der anderen und immer wieder einmal ein paar hübsche Wendungen, die den Handlungsstrang nicht all zu stark geradlinig wirken lassen. Warum das nicht von Anfang so geht, ist mir ehrlich gesagt ein Rätsel.
Das Ende und die Auflösung des ganzen Treibens sind dann zwar recht banal ausgefallen, doch wenigstens ist beides nicht so wahnsinnig enttäuschend ausgefallen, wie bei den meisten Genre-Vertretern der letzten Zeit. Ein wenig Innovativer hätte es allerdings schon sein dürfen!
In punkto Gore wird, zum Ende hin, dann auch noch einiges geboten, wenn auch nichts sonderlich Spektakuläres. Vor allem durch die Big Brother-mäßige Inszenierung des Ganzen, fallen diese Szenen doch unterm Strich recht harmlos aus. Ein FSK 16-Siegel hätte es jedenfalls auch getan!
Wie schon angesprochen, ist die Inszenierung auf Big Brother-Stil gehalten, was natürlich heist, dass alles schön billig und mit wackeliger Kamera gefilmt wurde. Das dies natürlich ausdrücklich gewünscht ist, bei einem Film mit dieser Story, dürfte jedem klar sein und deshalb ist dieser Punkt auch nicht sonderlich kritisierbar, da er zudem durchaus zur gewünschten Atmosphäre beitragen kann.
Und was die Darsteller betrifft, sie agieren allesamt auf typischem Teenie-Horror-Niveau. Sprich sie sind allesamt keinesfalls gut, aber fürs Genre reicht es mehr als aus.
Fazit: Erst ziemlich langweiliges-, später dann aber doch noch recht spannendes und atmosphärisches Horrorfilmchen, dass, durch seine ungewöhnliche Inszenierung, durchaus atmosphärisch punkten kann aber durch ein mieses Drehbuch und die 08/15-Darsteller, sehr schnell wieder einbüßt. Unterm Strich ein Film den man sich durchaus mal anschauen kann, aber auch getrost links liegen lassen kann. Besser als das originale "Big Brother", ist diese Horror-Version aber auf jeden Fall!
Wertung: 5/10 Punkte