Review

Slash Roulette


Desktop-Filme - eine Untergattung (?) der Found Footage-Filme und gerade in den letzten Jahren durch erfolgreiche Beispiele wie den beiden „Unfriended“-Teilen oder den starken „Searching“ in vieler Munde. Doch vor den genannten Hits gab es den eher unbekannten „The Den“, in dem eine junge Studentin die titelgebende, chatroulette-artige Seite über längere Zeit zu Untersuchungszwecken nutzt, dabei mit vielen Leuten aus aller Welt in Kontakt kommt, jedoch schnell ins Visier eines kranken Stalkers und Killers gerät, für den das alles scheinbar gar kein Spiel mehr ist... 

„The Den“ kann ich eigentlich nur loben, er ist Horror-Fast Food at its best und war seiner Zeit wohl nur etwas zu voraus - anders kann ich mir seine Unbekanntheit und Unbeliebtheit (?) nicht erklären. Seine kompakte Laufzeit füllt er ohne die kleinsten Hänger, er ist selbst für ausgefuchstere Horrorhelden spannend und hart genug, sein nihilistisches Finnish hat es in sich, zudem beinhaltet er immer wieder Kritik an Gesellschaft, Medien und der digitalen Welt, wenn etwa durch das Chatten und aufs Handy gucken Unfälle gebaut werden oder Pranks und Kriminalfälle nur noch schwer voneinander getrennt werden können. Unsere attraktive Protagonistin besteht nicht nur aus Intelligenz, Herz und Sympathie, doch das kann sie (gerade unter solchen Umständen) nur noch authentischer und glaubhafter erscheinen lassen. Im Grunde ist „The Den“ eine gelungene, perfide Mischung aus Slasher und YouTube-Video, aus „Unfriended (Dark Web)“ und „The Strangers“, aus Angst, Neugier und Spaß. In seinem Sud kann man das kaum besser kochen. 

Fazit: Found Footage 2.0 - „The Den“ hat seinem Subgenre einen neuen Spin, eine neue Unterkategorie, eine frische Brise verpasst, deutlich vor „Unfriended“, „Searching“ und Co. Nur hat’s kaum einer gesehen... Unbedingt nachholen! 

Details
Ähnliche Filme