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Wenn mal wieder die Apokalypse ansteht, ist Nicholas Cage oftmals nicht weit, denn dieser hat innerhalb seiner Karriere bereits Himmel und Hölle hinter sich gelassen und muss aus finanziellen Gründen jede noch so blöde Rolle annehmen.
Da passt es recht gut zu seiner Filmfigur, dauerhaft auf Autopilot geschaltet zu sein.

Ray Steele (Cage) ist Pilot und muss außerplanmäßig von New York nach London fliegen, während er Tochter Chloe (Cassi Thomson), die extra zu seinem Geburtstag angereist ist, zurücklassen muss. Als während des Fluges einige Passagiere von einer Sekunde auf die andere spurlos verschwinden und nur ihre Kleidung zurücklassen, ahnt noch niemand an Bord, dass auch auf dem Boden bereits Panik ausgebrochen ist...

Regisseur Vic Armstrong präsentiert uns hier Christen-Action, die selbst bibelfeste Gottesfürchtige vor lauter Naivität zur Weißglut treiben könnte.
Denn laut einer biblischen Prophezeiung und der entsprechenden literarischen Vorlage werden Kinder und Gläubige gen Himmel fahren, während die Sünder auf der Erde bleiben und darauf warten, wie der Antichrist persönlich für einen herzhaften Arschtritt vorbeischaut.
Den Himmel spart uns das löchrige Drehbuch glücklicherweise aus, denn ansonsten würde man womöglich mit unansehnlichen Nackten und zahlreichen Fieslingskindern konfrontiert.

Immerhin sind die Sünder nicht alle unsympathisch gezeichnet, denn Chloe rennt im Chaos der Stadt wie eine Besessene, um zumindest teilweise zu helfen, ein Moslem und ein Journalist verhalten sich an Bord ebenfalls anständig, nur sämtliche Mütter fallen offenbar aus dem Rahmen, da entweder Drogen oder vorehelicher Geschlechtsverkehr im Klassenbuch vermerkt sind. Und Pilot Ray, dessen Affäre mit einer Stewardess bereits in den ersten Minuten ins Bild gerückt wird, will gegen Ende verstärkt Buße tun, was sich wohl aufs breite Publikum niederschlagen sollte, beim eingefleischten Trashfreund allerdings jede Menge Lacher erzeugt.

Da helfen zwei parallele Handlungsstränge durchaus, auch wenn die Geschichte eher Stückwerk, denn logische Zusammenhänge liefert. So kippt immerhin noch ein Kleinbus von einer Brücke, ein Einmotoriges landet Bruch und einige Panikszenen sehen auch okay aus. Der schlichte Score nervt zwar ein wenig und Christen-Pop stört ohnehin grundlegend, doch der Showdown kaschiert in Sachen Humbug so manche Schwachstelle des eigentlich ernst gemeinten Treibens, wenn eine APP eine Bruchlandung vermeiden soll und innerhalb weniger Minuten fünf Fahrzeuge bedient werden.

Natürlich ist eine halbe Stunde Vorlauf mit melodramatischer Figureneinführung im Stil einer Seifenoper zuviel und der latent schwingenden religiösen Moralkeule muss auch zig Mal ausgewichen werden, doch wer auf schlichte Action, ein ordentliches Erzähltempo und viel unfreiwillige Komik steht, könnte als Trashfreund noch einigermaßen unterhalten werden.
5,5 von 10

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