Review

kurz angerissen*

Visuell gar nicht so unspannend, erweist sich „Automata“ inhaltlich aber doch als leere Zitatesammlung aus Dick, Asimov & Co., deren ungelenke Montage keinen echten SciFi-Kenner aus der Deckung holen dürfte. Die an „I, Robot“ angelehnte Prämisse um Roboter, die plötzlich gegen ihre eigenen Sicherheitsprotokolle verstoßen, trifft auf einen Erzählrahmen, der Ermittlungen als Antrieb verwendet und damit Detektiv- und Noir-Anleihen, die ihn mit „Blade Runner“ in Verbindung bringen.

Reflektiert werden diese bunt gemischten Ansätze kaum, sondern vielmehr für eine allgemein gehaltene Kritik an der Selbstzerstörung der Menschheit eingesetzt und mit eher schlecht als Recht umgesetzten Totalen einer verseuchten Metropole illustriert.

Antonio Banderas ist gemessen an den Dimensionen der Produktion genau der richtige Star am richtigen Platz, greift er aus den Niederungen seines Faches doch noch einmal nach einem Genre, das ihn auf eher ungewohntem Boden zeigt – immerhin dürfte die spanisch-bulgarische Koproduktion in seiner sehr umfangreichen Filmografie doch möglicherweise der erste echte Science-Fiction-Film sein. Unter seiner „THX 1138“ (und jüngst „Elysium“) zertifizierten Glatze beweist er Offenheit und schauspielerische Ambitionen, wenn auch keine außergewöhnliche Leistung.

Das Design und die On-Set-Umsetzung der Androiden gehört zu den Dingen, die man an diesem Werk ohne Reue genießen kann, obwohl man Originalität auch bei ihnen vergeblich sucht. Tatsächlich strömen sie in ihrer Artenvielfalt aber mehr Charakter aus als die meisten Nebendarsteller, zu denen immerhin Melanie Griffith, Robert Forster und Dylan McDermott gehören.

Reicht für akzeptable Unterhaltung mit punktueller Action und hohem Dialoganteil, erfordert aber nicht zwingend eine Sichtung.

*weitere Informationen: siehe Profil

Details
Ähnliche Filme