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Neben "Tekken", "Soulcalibur" und "Mortal Combat" gehört auch die Reihe um "Street Fighter" zum festen Bestandteil eines jeden Fans von Prügelspielen auf der Konsole, doch bislang konnte man noch keine wirklich gelungene Verfilmung ausmachen.
Augerechnet ein ursprüngliches Fan-Projekt, welches als Mini-Serie per Stream startete, mausert sich zum kleinen Kult geneigter Fans.

Es ist die Geschichte von Ken und Ryu, die von ihrem Sensei Goken in Anatsuken-Karate trainiert werden. Auch Goken und sein Bruder Goki erlernten einst diese spezielle Kunst, bis sich Goki den dunklen Kräften zuwandte, sich komplett zurückzog, um als Dämon zurückzukehren. Ein Kampf der ungleichen Brüder steht bevor...

...der wohl erst in der Fortsetzungsserie "World Warrior" ausgetragen werden dürfte, denn bevor dieser einsetzt, endet die Handlung, was im Endeffekt schon ein wenig enttäuscht, anderweitig auch Lust auf mehr weckt.
Denn Autor und Regisseur Joey Ansah hat ein Maximum aus seinem geringen Budget herausgeholt und lässt sogar diverse CGI-Blitze, Feuer und Lichtkugeln passabel aussehen, während die von ihm choreographierten Fights recht schnittig und sauber in Szene gesetzt daher kommen.

Die Farben diverser bulgarischer Landschaften kommen stets gut zur Geltung, der Score ist eng ans Spiel angelehnt und die wesentlichen Figuren sind weitgehend treffend besetzt, auch wenn keine überragenden Mimen auszumachen sind. Das Duo Ken und Ryu erscheint von Beginn an sympathisch, ein paar Sprüche lockern das Geschehen regelmäßig auf und auch wenn der Meister zuweilen etwas ausgiebig palavert, freut man sich grundlegend über bunte Trainingseinheiten, kleine Flashbacks, die bis ins Jahr 1956 zurückreichen und einen durchaus ernst gemeinten Kampf der späteren Rivalen Ken und Ryu.

Fans der Spielreihe werden indes mit kleinen Gimmicks am Rande amüsiert, allerdings birgt das Spielfilmformat im Gegensatz zur Webserie das Problem einiger Wiederholungen und kleinen Passagen mit Leerlauf, zumal die Handlung oft zu wahllos zwischen Gegenwart und Rückblenden wechselt und der Fokus manchmal ein wenig verwischt.
Auch mangelt es ein wenig an Bedrohungen von außen, denn auch wenn die ungleichen Brüder gegeneinander antreten, geht es schließlich nur ums Kräftemessen, da der verloren geglaubte Goki zu lange im Hintergrund und nur für sich agiert.

Natürlich hätte man sich Hintergründe von weiteren Kämpfern gewünscht, doch das hätte wahrscheinlich den Rahmen gesprengt und wäre wohl auch keinem wirklich gerecht geworden, zumal "World Warrior" bereits ein wenig impliziert, dass es später um weitere Kampfteilnehmer gehen dürfte.
Rund 140 Minuten am Stück sind zwar eine ordentliche Hausnummer, doch trotz kleiner Durchhänger wird es zu keiner Zeit langweilig, die Fights sind schick und schwungvoll in Szene gesetzt und die Geschichte um das Anatsuken bietet durchaus interessante Hintergründe. Für Fans der Spiele kann das nur bedeuten: Shoryuken!
7 von 10

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