Etwa 100 Minuten. Wirklich nicht viel für einen "Blockbuster" heutzutage.
Trotzdem schafft es Regisseur Edwards, das namensgebende Kultmonster nur am Schluss für wenige Szenen in ganzer Pracht zu zeigen. Was soll das? Und bitte keine Argumente von wegen "steigert die Spannung/den Grusel"...
Wir alle kennen Godzilla, wir wissen, wie er aussieht. Ja natürlich, in diesem relaunch wieder ein wenig anders, moderner, echsenartiger. Aber grundlegend ist klar: großes, dickes Dinosaurier-Echsen-Monster-Vieh. Und das möchte ich dann auch sehen, und zwar nicht nur am Schluss. Aber Edwards bleibt hart. Es dauert über eine Stunde (!), bis Godzilla wirklich, in Gänze in Aktion tritt. Wenn man nun also nicht viel dieser Neuinterpretation seiner liebsten Riesenechse sieht, bringen die raren Szenen mit Godzilla denn wenigstens ACTION?! Nein! Also, erschreckend wenig...
Godzilla wird eigentlich nur beiläufig in den Film geworfen! Klar, am Anfang gibt's viel Trara um die Herkunft, die Legende, das Geheimhalten - aber zu sehen gibt's nix. Nur zu hören. Endloses BLABLA. Gerne auch mit Happy-Family-Anstrich. Und so finden und verlieren sich Charaktere, sterben Menschen, werden Klischees abgespult und US-Filmstandarts gezeigt. Und mit jeder verstreichenden viertel Stunde interessiert einen das weniger...
Aber ich habe durchgehalten und bekam dann nach einer gefühlten Ewigkeit auch mal etwas Monsteraction (zur Story: die Welt wird von zwei fetten anderen Viechern bedroht, BIG-G will die zum Glück auch platt machen).
Da gibt's durchaus einige Sekunden, ja SEKUNDEN, welche etwas Toho-Retro-Flair haben. So richtig mit Gekloppe inna Großstadt. Und dann das: Edwards, der doofe Sack, zeigt uns praktisch nur kleine Ausschnitte aus dem dicken Endkampf!Welcher zudem noch der EINZIGE richtige Monsterfight im Film ist! Und die absolute Frechheit: Anfang des Kampfes, Godzilla steht den Viechern erstmals gegenüber, die Giganten rasen aufeinander zu, erste Hiebe werden verteilt - und die Kamera dreht sich weg!!! WTF! Dieses Entzugs-Kino für Hipster und Genre-Verächter kannste woanders bringen, du Penner!
Wer nach den vielversprechenden Trailern hofft, hier einen würdigen, aufpolierten Monsterknaller nach alter Manier zu bekommen, kann das gleich vergessen. Die CGI sind erstklassig, Godzillas "Charakter" gut getroffen (die Menschen kümmern ihn anfangs herzlich wenig) und einige kurze Momente bieten eine echt geile, fast ikonographische Optik. Das wars!
Der Rest ist 08/15 Ami-Gelaber, völlig unnötige Füllszenen (bei der Laufzeit!) und (wie zu erwarten) Logiklöcher eingebettet in ein dummes Drehbuch mit nichtssagenden Dialogen.
Immerhin wird sich noch etwas Mühe gegeben, Godzillas Herkunft zu erklären... trotzdem: lahmer, langweiliger Laber-Overkill.
Ach ja, die wichtigste Frage: Ist er besser als der vom Emmerich? Ja!
5/10