Review

Size Does Matter mit viel Atmosphäre!


"Monsters" war scheinbar für die Produzenten des nunmehr 2ten Versuches das japanische Kultmonster auf Big Budget - Niveau in die Kinos zu bringen, die richtige Karte für einen Regisseur der vor seinem kleinen Debütfilm vornehmlich in Sachen Effekte unterwegs war, der richtige zu sein.
Nun bekam Gareth Edwards die Aufgabe das Kultmonster zu seinem Ehrentag oder genauer gesagt zum 60jährigen Jubiläum erneut auf die Welt loszulassen.
Man hat noch wage Erinnerungen, an den allerersten Versuch, als Deutschland - Export Roland Emmerich an den Wüterich wagte und eher eine viel zu groß geratene, wenn auch wirklich gut getrickste Echse (ähm Leguan) auf New York los ließ, die bis auf ihr Gebrüll und die Rückenstacheln nix mit dem Original gemein hatte und schnell Spott unter all den Fans fand. Als veritable Zerstörungsorgie mit einigen Comic Relief - Charakteren hat er funktioniert und ist bei weitem nicht so schlecht, sondern einfach grundsolide Hollywoodkost, aber kein echter wahrhaftiger "Gojira".
Nachdem "Final Wars" 2004 das Ende der Millennium - Ära einläutete, wurde es still um den Atomsaurier. 
Gute 10 Jahre später stapft er erneut, über die Leinwände und naja wer einen konventionellen Monster - Mash - Up mit Materialschlachten vergangener Tage und einen Hauch von "Pacific Rim" erwartet, wird wohl sehr enttäuscht aus dem Kino kommen. 
Allerdings tut diese Frischzellenkur, mit der Devise "Weniger, ist mehr" dem Franchise mehr als gut und Genre bedingt vereint der Film Familiendrama, Katastophenfilm und dystopischen Monsterfilm miteinander und weiß mehrmals zu verblüffen. 
Edwards verzichtet trotz der typischen stereotypen Charaktere, auf Comic Reliefs der Marke Bay oder gar Emmerich und gibt sich seriös und ernst. Ein ernsthafter Tenor, der allen voran an das kultige Original von Honda erinnert und sicherlich gut in diese Hommage passt.
Auch wenn sich Godzis Auftritte in der ersten Hälfte rar halten und seine Gegner die sogenannten "Mutos" mehr im Fokus sind, verhilft Edwards ihm zu ikonischen und markanten Szenen, auch wenn man hofft das es endlich so richtig kracht und ein übler Break kommt und man die Kloppereien nur auf irgendwelchen TV - Bildschirmen zu sehen bekommt.
Es passt gut in die narrative Struktur, einer doch recht simplen und irgendwo auch banalen Handlung, die später einen Twist hat, der schon mal in Emmerichs Variante vorkam. Das ist allerdings weniger störend, da Edwards die menschlichen Figuren mit teils wirklich richtig guten Akteuren besetzt hat, allerdings mit dem Wermutstropfen das ein Bryan ("Drive" und "Breaking Bad") leider irgendwann aus der Handlung scheidet, wenn sie so richtig in die Gänge kommt und dem geneigten Genrefan mit einigen hervorragenden, wenn auch knappen Actionmomenten verwöhnt. Wo die Story nicht das gelbe vom Ei ist und sicherlich einige Darsteller (Elisabeth Olsen oder Sally "Happy Go Lucky" Hawkins) leidlich unterfordert sind und nur noch in die Kamera glotzen, so baut der Film sorgfältig Atmosphäre und Suspense auf und die macht sich bezahlt. 
Man fiebert, auf den großen Showdown hin und bekommt dementsprechend ordentlich was vor den Latz gehauen. Nur mit dem Unterschied, das sich ein kein wirklicher visueller Overkill einstellt oder man übersättigt das Kino verlässt. 
Somit ist der Film, trotz seiner Hollywood - Maintream - Verhältnisse kein seelenloses Kommerzprodukt, sondern einer dieser wenigen (vielleicht auch etwas gehypten) Blockbuster die so etwas wie Emotionen vorzuweisen haben.
Überdies stellt Edwards seine Monster, nicht als grobkörnige Zerstörungsmaschinen dar, sondern auch (wenn in wenigen kurzen Momenten) als fühlende Wesen, die lediglich ihrem Instinkt folgen und daher auch einen Schneise der Vernichtung hinter sich ziehen, um an ihr Ziel zu kommen.
Dazu trägt auch der mehr als gelungene Score von Alexandre Desplat bei und die Kameraarbeit ist wirklich exzellent und zeigt die Action manchmal aus recht eigenwilligen Kameraperspektiven, die allerdings erst recht ins Geschehen hineinziehen. 
Somit ist "Godzilla" anno 2014 wirklich ein würdiges US - Pendant, der den Japanern allerdings ein bissl zu dick ist...; - )

Fazit: Bildgewaltige und auch emotionale Katastrophen - Monster- Drama - Sause, die im Finale in geradezu postapokalyptischen Bildern schwelgt und überdies viel Spannung und Atmosphäre besitzt!
Ein Genrewerk mit Herz und Seele.
10 von 10 Atomburger

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