Review

Der Wissenschaftler Dr. Phillip (Terence Stamp) hat sich in ein riesiges Haus an der britischen Küste zurückgezogen, um ungestört seinen Forschungen nachgehen zu können. Als Assistentin & Mädchen für alles steht ihm Jane (Elisabeth Shue) zur Seite, ansonsten gibt’s in der Hütte nur Affen. Der älteste & klügste davon ist Link (Locke the Orangutan), ein ehemaliger Zirkusstar, berühmt & beliebt als Zigarre-paffender "Meister des Feuers". Jetzt hilft er im Haushalt, kümmert sich um seine Gefährten & führt hin & wieder seinen alten Trick vor. Er ist ein gemütlicher Kerl. Das ändert sich, als er mitkriegt, dass er eingeschläfert werden soll.

"I'm an apeman, I'm an ape, apeman, oh I'm an apeman" singen The Kinks in diesem Evergreen von Richard Franklin, den ich in den 80ern & 90ern einige Male gesehen habe, seitdem aber nicht mehr. Bis eben. Es war ein sehr schönes Wiedersehen, das vor allem den zwei Hauptdarstellern & dem Geschick des Regisseurs zu verdanken ist. Link ist generell toll in Szene gesetzt (das lange Intro aus der Perspektive eines Affen ist bereits ein exzellenter Auftakt) & brodelt regelrecht vor unterschwelliger Spannung. Egal ob in der klaustrophobischen Enge des Hauses oder in der kargen, endlos wirkenden Umgebung, der durchgedrehte Affe scheint allgegenwärtig, was für ein ständiges Gefühl der Beunruhigung sorgt.

Elisabeth Shue ist eine sympathische Protagonistin, die Link (& uns) eine halbe Nacktszene gönnt (was wohl ein Schmuddelfilmer wie Joe D'Amato daraus gemacht hätte?) & Locke, der Orang-Utan, ist eine kaum zu bändigende Wucht. Bärenstark, unberechenbar, clever & psychopathisch, der Affe vermittelt glaubhaft, dass er eine tödliche Bedrohung ist. Gäbe es einen Tier-Oscar, dann hätte ihn Locke für seine grandiose Darbietung (diese Blicke!) bestimmt gewonnen. Link ist ein gelungener & packender Tierhorror-Thriller, der vielleicht im letzten Drittel zu lange braucht, um auf den Punkt zu kommen, aber das ist leicht verschmerzbar.

7,5/10

Details
Ähnliche Filme