kurz angerissen*
Die Eignung der Grundidee für klassischen ZAZ-Slapstick steht wohl außer Frage, zudem hat die TV-Serie “Six Feet Under” bereits das tragikomische Potenzial kurioser Todesarten unter Beweis gestellt. Noch dazu böte sich die Themenausrichtung ideal für Sequels an - eine Mittelalter-Variante beispielsweise würde das Potenzial mit Seuchen, Pest und Henkerei erst so richtig ausreizen.
Seth MacFarlane nimmt sich nun also des Westerns an, jener Ära, die menschliche Lebenserwartung in erster Linie durch Blei verkürzte, und streift damit leider nur zaghaft die Klischees alter Westernfilme. Zuweilen gelingt es ihm zwar, den durch Legenden wie John Wayne und Clint Eastwood glorifizierten Mythos Western zu entzaubern, indem er sich selbst die Hauptrolle aneignet und in Form von Unschuld mit Riesenhundeaugen durch die Prärie steppt und das Leid eines kurzen Lebens im wilden Westen beklagt; in erster Linie aber ist „A Million Ways To Die In The West“ die bei „Family Guy“ erprobte Abfolge eklektisch anmutender Sketche, mal treffsicher, mal weit daneben, zusammengehalten von einer schalen Story, in der Liam Neeson effektlos in einem besseren Cameo verraucht wird.
Das heißt dann zwar, dass man hin und wieder mal herzlich lachen kann, gerade aufgrund der ungewöhnlicheren Filmstruktur hätte man sich aber doch gewünscht, dass die guten Ansätze besser ausgearbeitet worden wären. Was interessiert etwa die behelfsmäßig arrangierte Love Story, wenn sie offensichtlich bloß zusammenhanglose Einfälle verknüpfen soll? So ist es lobenswert, dass sich mal jemand der unromantischen Seite des Genres von einer humorvollen Seite nähert, aber wenn man doch schon an diesem Strang zieht, kann man doch auch alle Kraft einsetzen.
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