„Düstere Legenden“ war ein recht origineller Slasher Flick, welcher im Fahrwasser von „Scream – Schrei“ daherkam. Da im Jahr 2000 zudem noch immer Bedarf an der neuen Teeniehorrorwelle bestand, kam man gar nicht drum rum eine Fortsetzung in den Sand zu setzen. Unter der Regie des eher als Komponist bekannten John Ottman wurde „Düstere Legenden 2 – The Final Cut“ produziert.
An einer Filmhochschule geht ein irrer Killer um, der nach und nach die dort ansässigen Studenten dezimiert. Studentin Amy kommt derweil auf die Idee, dass die Morde etwas mit dem Hitchcock Award, einem Preis für den besten Abschlussfilm, zu tun haben könnten.
Teil 1 konnte durch eine originelle Idee und viele spannende Momente überzeugen. Teil 2 stinkt da leider nur ab. Die urbanen Legenden werden nur am Rande thematisiert und so wird der eigentliche Titel eher zu Unrecht getragen. Viel mehr gibt es hier einen stinknormalen Film im Film Slasher, wie er zu der Zeit mit „Scream 3“ und „Cut“ schon beinahe inflationär häufig vorkam.
Die Schauspieler brechen dabei alle Nervrekorde. Vor allem die ätzende Coffy Securitytante (Loretta Devine), die auch schon im ersten Teil kaum zu ertragen war und Jessica Cauffiel teilen sich den obersten Platz auf dem Siegertreppchen. Da kann man sich noch glücklich schätzen, dass die Hauptdarstellerin Jennifer Morrison gerade noch so in Ordnung geht. Weiterhin könnten die Morde an Einfallslosigkeit kaum überboten werden. Fast sämtliche Morde geschehen im off oder werden nur kurz angedeutet, die recht drastische Inszenierung des Nierenmordes (übrigens die einzige verfilmte urbane Legende in diesem Streifen) möchte da vom Härtegrad überhaupt nicht reinpassen.
Zudem tritt die Spannung ordentlich im Leerlauf, denn die Jagdszenen sind alles andere als Fingernagelkaufutter. Ein Grund dafür dürfte die oberdämliche Killerkutte inklusive praktischer Fechtermaske sein, die eher zum Schmunzeln als zum Fürchten einlädt. Auch ansonsten ist der dröge Inszenierungsstil Ottmans alles andere als spannend. Die Charaktere geben nix her, der Zwillingsbruderplot ist doppelt überflüssig und besagte Securitytante latscht im Hirn Aus Modus durch den Streifen. Hat zwar alles schon mal in Teil 1 erlebt, aber den dummen Teenies trotzdem nicht glauben. Gähn!
Wem das noch nicht zum Abschalten reichen sollte, der dürfte spätestens bei der Szene in der Amy mit einigen Kollegen Soundaufnahmen in einem Tonstudio macht und plötzlich einen „echten“ Todesschrei aus gefühlten 5 Kilometern Entfernung irgendwo auf dem Campus aufnimmt einen Lachanfall bekommen. Zu guter Letzt ist die Auflösung der ganzen Chose wirklich komplett in die Hose gegangen. Da verwundert der originelle und lustige Abschlussgag. Entschädigen kann der aber auch nicht mehr.
Fazit: Lahme Slasher Film im Film Variante, die aber immerhin im direkten Vergleich zu den obergurkigen Billigfilmen von heute noch recht gut anzusehen ist. Jedoch kommen selbst Horrorfans nur bedingt auf ihre Kosten.