Review

Trotz der Einordnung in mein Lieblingsgenre, dem Slasherfilm, ist "Düstere Legenden 2" nur eine schwache Fortsetzung zu einem guten Vorgänger.

Ärgerlich ist auf Anhieb schon die Tatsache, dass keiner der Akteure aus dem ersten Teil mehr im Nachfolger anzutreffen ist, sondern eher steife marionettenhafte Schauspieler durchs Bild laufen. Die einzige Ausnahme ist nur Polizistin Reece, die auch hier wieder in heiklen Situationen wie aus heiterem Himmel auftaucht. Zudem ist dieses Biest hier absolut unsympathisch und geht einem mit ihrer Pseudo-Coolness mächtig auf den Wecker.
Aber zunächst einmal zur Story, die sich hier um Schüler dreht, die sich für eine Preisverleihung einer Filmhochschule mit Amateurstreifen versuchen. Das Thema rund um Filmcrew, Filmset und einem dort sein Unwesen treibenden Killer ist mittlerweile so ausgelutscht, dass sich hier wirklich überhaupt nichts Süßes mehr finden lässt. Der weitere Handlungsverlauf ist oft unlogisch, so wie es überhaupt viele Sequenzen sind, und schlecht strukturiert, weil viele Kulissenwechsel einfach nur planlos, ohne zusammenhängenden Sinn von statten gehen. Ebenfalls sehr negativ ist der Schluss, bei dem sich die Macher das Motiv des Killers von den Fingernägeln gekaut haben. Nur unrealistisch, übertrieben und zudem ärgerlich, dass der Zuschauer nicht den Hauch einer Chance hat, überhaupt mitzuraten, wer die Filmschüler nacheinander wegmeuchelt, da die Voraussage prinzipiell gar nicht möglich ist. Einen ganz netten Eindruck macht nur die Schlusssequenz, die doch noch einmal eine kleine Verbindung zum ersten Teil enstehen lässt.

Sehr mangelhaft aber ist die Tatsache, dass der Film kaum eigene, innovative Elemente zu bieten hat, sondern nur bereits bekannte Sachen wie etwa die Ego-Kameraperspektive (allerdings auch nicht oft) verwendet. Wogegen der erste Mord mit dem "Nierenklau" noch sehr vielversprechend und, besonders wichtig auch, noch eine urbane Legende ist, zeigt sich im weiteren Verlauf im Bereich "Urban Legends"-Morde kaum noch Nennenswertes. Einfach Fehlanzeige, stattdessen sterben die Filmschüler oft einen einfallslosen Tod. Gerade die interessanten Einfälle basierend auf urbanen Legenden waren es doch, die Teil 1 noch hervorhebten. Doch hier geht in diesem Punkt alles den Bach hinunter, was nicht heißen soll, dass die Morde allgemein gesehen unblutig ausfallen.

Die Optik kann immerhin überzeugen, trägt aber nichts zur Atmosphäre bei, die sich hier gänzlich vermissen lässt. Die Darstellerriege ist größtenteils ein gutaussehender Teeniehaufen, der allerdings schauspielerisch sehr unauffällig agiert. Eigentlich beschreibt "unauffällig" schon den ganzen Film. Hier fehlt einfach das gewisse Etwas, sowie die Liebe der Macher zu ihrem Film. Was bleibt, ist nur ein belangloser Teenie-Slasher, der aus dem Kurzzeitgedächtnis bald wieder verschwunden sein wird. (Noch gerade 4/10 Punkten)

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