Review

Geh Fechten, du Keck! 

Der erste „Düstere Legenden“ bildete mit „Scream“ und „Ich weiß was du letzten Sommer getan hast“ die Speerspitze des US-Slasher-Revivals Mitte/Ende der 90er, er nutzte seine sexy Jungdarsteller, die bekannten titelgebende Gruselmythen und den neuentfachten Hype um das Subgenre gekonnt aus, mauserte sich zum echten Hit, im Kino wie dann ebenso daheim. Da ließ erst recht in dem Subgenre ein Sequel natürlich nicht lange auf sich warten. „Urban Legends 2: Final Cut“ wirkt jetzt immerhin aber nicht wie ein reiner Schnellschuss und Cashgrab - allein dass er an einer Filmschule und oft auch an den dortigen Sets spielt, hält ihn frisch, anders und so nahm er sogar „Scream 3“ etwas vorweg bzw. kam zumindest ziemlich genau gleichzeitig mit diesem heraus. In der dennoch sehr mäßigen Slasherfortsetzung kommt es zu etlichen Toten an einer Filmuni und die Studenten sind zwar Experten was Hitchcock, Godard und Co. betrifft, doch mit realen Morden und Spannungsmomenten kennen sich die Kinonerds eher weniger aus…

Wenn’s nicht als Regisseur reicht, werde ich Mörder

Und das ist auch schon die größte Stärke von „Urban Legends 2“, die gleichzeitig auch nicht genug genutzt wird: im Grunde hätte das ein Film voller „Randys“ sein können, in Bedrängnis gebracht von einem perfiden Killer. Doch das Ergebnis ist das nur in Ansätzen. Hier und da wird filmtechnisches Allgemein- und Fachwissen rausgehauen, aber im Grunde sind das nur Plattitüden geschweige denn für die Handlung oder die Figuren wichtig. Dennoch ist das wohl (zusammen mit dem ein oder anderen saftigen Kill) das Einzige, was einen einigermaßen bei Laune hält. Zumindest wenn man ein Herz für Slasher hat. Der Rest wirkt nicht nur wie Stangenware und austauschbar, sondern auch arg gekünstelt, unorganisch, egal und artifiziell wie die Sets in der manch eine Szene spielt. Da war der Vorgänger ohne Frage stilvoller, ausgefeilter und hatte viel mehr eigene DNA. „Scream 3“ hat da ebenfalls die Nase vorne - und das will als mauester „Scream“ etwas heißen. Lose Zusammenhänge weg und man hätte „UL 2“ auch komplett anders nennen können, „Film College Massacre“ oder so. Einige vor allem für Serienfans bekannte Gesichter hier in frühen Rollen helfen vielleicht noch gegen das gänzlich verfrühte Wegnicken. Und die „Fechtmaske“ des Killers ist nicht übel. Für einen (noch mieseren) „Urban Legends 3: Bloody Mary“ hat der Erfolg dennoch gereicht. Dieser „Final Cut“ ist dennoch zu vernachlässigen. Zu wenig aus den vielen Metamöglichkeiten gemacht. Viel zu wenig. 

Fazit: unterdurchschnittlicher Slasher-Follow Up, der seinen Vorgänger und Titel sogar ein gutes Stück verrät. Nur für Allesgucker in dem Subgenre und mit ein paar ganz netten Ansätzen - was das massiv unterwältigende und blasse Endergebnis fast noch ärgerlicher macht! 

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