Katie Holmes spielt die titelgebende Miss Meadows, eine fröhliche und herzliche Lehrerin mit Stepptanzschuhen, gepflegtem Vorgarten, gewinnendem Lächeln und düsterem Geheimnis. In ihrer Handtasche trägt sie eine Handfeuerwaffe, mit der sie heimlich Mördern und Vergewaltigern ein vorzeitiges Ende bereitet. Als die Alleinstehende eine Beziehung mit einem Polizisten eingeht, droht ihr Doppelleben aufzufliegen.
Was verbirgt sich eigentlich hinter der Fassade? Eine Frage, die Gegenstand zahlloser Thriller wie „American Psycho“ oder „Mr. Brooks“ war und ist. Dabei geht es in aller Regel um Menschen, die nach außen ein seriöses, unauffälliges Privatleben führen, nebenbei aber allerhand dunklen Hobbys nachgehen. Dexter Morgan, der wohl bekannteste Serienkiller der jüngeren TV-Geschichte ist auch ein solcher Kandidat, eine Figur, bei der die Zuschauer trotz der dunklen Facetten mitfiebern, Protagonist einer Serie, die sich nicht zuletzt auch durch ihren schwarzen Humor auszeichnet. Dem versuchten die Macher von „Miss Meadows“ wohl nachzustellen. Oder doch nicht?
Diese Frage hat ihre Berechtigung, weil man aus dem Film von Karen Leigh Hopkins alles andere als schlau wird. Soll das hier ein Thriller über einen verkappten Racheengel sein? Wenn ja, warum dann so wenig Thrill? Warum so viele Szenen, in denen die Kinderliebe der Protagonistin in erschöpfender Weise zur Schau gestellt wird? Soll „Miss Meadows“ vielleicht ein Charakter-Drama über eine Frau sein, die sich der Selbstjustiz verschrieben hat? Warum ist die Protagonistin dann derart überzeichnet, dass der Film psychologisch vollkommen unglaubwürdig daherkommt und keine Empathie ermöglicht wird? Haben sich die Macher gar an einer schwarzen Komödie versucht? Haben sie deshalb eine Figur entwickelt, die auf den ersten Blick einem Disney-Film entlaufen zu sein scheint, dann aber knallhart zur Waffe greift und ihr Gegenüber tötet? Wenn ja, dann ist der Versuch auf allen Ebenen gescheitert.
So ist „Miss Meadows“ ein Film geworden, der nicht weiß, was er will, in dem viele Szenen nicht so recht zusammenpassen wollen, in dem sich die einzelnen Ansätze nicht zu einem stimmigen Gesamtbild verbinden. Wir sehen eine Protagonistin, die sich nicht zwischen „Mary Poppins“ und „Kill Bill“ entscheiden kann, eine vollkommen aufgesetzte und absolut unglaubwürdige Love-Story und ein blödes Ende. Zügig erzählt, routiniert inszeniert und von Katie Holmes passabel gespielt, bietet der Film zumindest phasenweise gepflegte Langeweile, auf die man aber getrost verzichten kann.
Fazit:
Offen bleibt, was „Miss Meadows“ eigentlich sein soll: Thriller, Drama oder schwarze Komödie? Da die Macher sich für keine der drei Varianten konsequent entscheiden konnten, passt letztendlich wenig zusammen. Der Film ist unglaubwürdig, unschlüssig und selten unterhaltsam.
30 %