Trotz einiger "Unkenrufe" in der Internetgemeinde hat mir der neue Samstagabend-Krimi des ZDFs recht gut gefallen. Klar gibt es hier einige Ungereimtheiten, sind die Figuren vielleicht an der einen oder anderen Stelle überzeichnet, hat man viele der Zutaten vielleicht schon in anderen Filmen/Krimis gesehen. Trotzdem kommt diese Mischung hier erfrischend und unterhaltsam daher und was erwartet man mehr für einen gelungenen Fernsehabend.
Das auf den ersten Blick ungleiche Ermittlerteam, zwei Streifenpolizisten (sie, Süher, , türkischstämmig, strebsam und erfolgsorientiert; er, Jens, bodenständig, gemütlich und in der Freizeit Blechbläser), ist im ostfriesischen Leer angesiedelt. Während sie sich zu Beginn noch gegenseitig das Leben schwer machen, entdecken sie im Zuge ihrer Ermittlungen schließlich, dass sie sich trotz oder gerade wegen ihrer Unterschiede recht gut ergänzen. Die Ermittlungen beschäftigen sich zuerst mit dem scheinbaren Selbstmord der Frau eines Jugendfreundes von Jens, bei dem die beiden Ungereimheiten feststellen. Als schließlich ihr Vorgesetzter ermordet wird, nimmt der Fall bei dem auch Prostitution in Wohngebieten sowie die Windparkfinanzierung eine Rolle spielen, an Fahrt auf. Unterstützt werden Süher und Jens durch zwei "kauzige" Figuren, einem Bestatter, der in seinem Keller eine große Hanfplantage unterhält und der Apothekerin, die sich selbst als "CSU-Leer" (Crime Scene Unit Leer) sieht. Hier wie auch beim Ostfriesenwitze erzählenden Wilhelmshavener Kripobeamten sind die Figuren sicherlich überzeichnet worden, sie tragen aber dazu bei, dass der Film sich und den dargestellten Fall nicht zu ernst nimmt.
So liegt der Schwerpunkt wohl eher auf den liebevoll gezeichneten Charakteren und den stimmungsvoll eingefangenen Bildern von der Landschaft im Nordwesten der Republik. Hut ab vor den Schauspielern, denen es immer wieder gelingt, den Charme der Menschen hier wiederzugeben bis hin zur breiteren Aussprache in den Gesprächen.
Alles in allem kurzweilige Krimiunterhaltung mit einem Schuss Lokalkolorit, von dem man aber auch nicht mehr erwarten sollte.