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"Der Hunger bringt die Leute auf dumme Gedanken."

Die dänischen Brüder Jon (Mads Mikkelsen) und Peter (Mikael Persbrandt) haben sich nach dem deutsch-dänischen Krieg im Jahre 1864 in Amerika niedergelassen und nahe eine Siedlung eine Existenz aufgebaut. 7 Jahre später folgt Jon's Frau und Kind. Das Wiedersehen ist aber nur kurz, denn bereits auf der Reise in einer Kutsche werden beide von ihrer unangenehmen Reisegesellschaft ermordet. Jon rächt sich sogleich an den Mördern, unwissend, dass es sich bei einem von ihnen um den Bruder des Bandenführers Delarue (Jeffrey Dean Morgan) handelt. Delarue schwört sogleich Rache und terrorisiert die Einheimischen, um Jon zu finden.

"The Salvation - Spur der Vergeltung" ist ein dänischer Western, der sich mit den einstigen Größen aus Hollywood messen will. Handwerklich ist er gut umgesetzt und er wirkt stilvoll sowie authentisch. Jedoch fehlt dem sehr klassischen und rauhen Western vor allem Spannung und nahegehende Figuren, um seine groß gesteckten Ziele zu erreichen.

Der Anfang gehört zu den Stärken von "The Salvation". Ein ungemein erdrückendes Kammerspiel sowie die folgende Tragödie drückt die rauhe Welt des Westerns schnell durch. Die klassische Westernmotive sind sofort erkennbar. Dazu gehören der wortkarge Protagonist, die einfache Geschichte um Rache sowie die klare Einteilung in Gut und Böse, die viele Stereotypen zulässt.

In den knapp 90 Minuten kann der Western nicht allen Figuren gerecht werden. Sie sind zwar markant genug gezeichnet um schnell im Gedächtnis bleiben, echten Tiefgang sucht man allerdings vergeblich. Dies wird "The Salvation" insofern zum Verhängnis, dass einige Figuren Nebenhandlungen aufreißen, die entweder nicht geschlossen werden oder nicht organisch zur eigentlichen Handlung passen wollen. Dadurch kommen selbst in den kurzen Laufzeit Längen vor, die die Spannung mindern.

Überaus gut funktionieren die Sequenzen, in denen die Kamera die Schauplätze in aller Ruhe einfängt. Dies erinnert nicht umsonst an den Western-Klassiker "Spiel mir das Lied vom Tod". Kostüme, staubige Prärie sowie verfallene Häuser einer Geisterstadt erschaffen eine stimmungsvolle Atmosphäre. Der ruhigen Musikuntermalung dagegen fehlt es an dramatischen Themen. Und auch die digitalen Feuereffekte fügen sich nicht besonders gut ein.

Mads Mikkelsen ("James Bond 007: Casino Royale", "Pusher"-Reihe), Eva Green ("Dark Shadows", "Sin City 2: A Dame to Kill For") sowie Jeffrey Dean Morgan ("Watchmen - Die Wächter", "Live!") werten den Western sehr auf. Ihre groben Gesichtszüge bzw. kalten Augen passen gut zu ihren Rollen, ebenso ihre energiegeladene Performance.
In Nebenrollen finden sich weitere namhafte Schauspieler, wie beispielsweise Jonathan Pryce ("G.I. Joe"-Reihe, "Fluch der Karibik"-Reihe).

"The Salvation - Spur der Vergeltung" ist besonders zu Beginn ambitioniert. Dem Western fehlt es allerdings an Eigenständigkeit. "Spiel mir das Lied vom Tod" und "Open Range" werden hier genauso zitiert, wie auch zahlreiche andere Western. Mit der Zeit wirkt der Film also nur noch abgedroschen, obwohl die Atmosphäre und die Darsteller viel bezwecken. Es hängt allerdings an der Handlung und den Figuren, die nur wenig Spannung zulassen.

5 / 10

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