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Kennen sie Trey Parker? Trey Parker, dass ist der Mann, der mit seinem Kumpel Matt Stone, eine der wohl respektlosesten und politisch unkorrektesten Zeichentrickserien aller Zeiten geschaffen hat: "South Park". Aber Trey hat sich nicht nur an gezeichneten Dingen versucht, auch auf realen Spielfilmebene ist er ab und an mal anzutreffen. Neben Filmen wie "Cannibal - The Musical" oder "Team Amerika", dürfte dabei wohl "Orgazmo" der bekannteste seiner Filmausflüge sein. Unter Fankreisen schon längst zum Kultstreifen erhoben, ist "Orgazmo" fürwahr, eines der wohl witzigsten und besten Trash-Movies aller Zeiten.

"Orgazmo" verfügt über eine Story, die schräger, durchgeknallter und abgefahrener wohl kaum sein kann. Ein streng gläubiger Mormone rutscht, durch ein Versehen, in die Tiefen des Porno-Buisness ab und muss nun alles daran setzten, aus dieser Kluft wieder herauszukommen. Schon die Grundstory ist schräg und lädt zum dreckigen amüsieren ein, aber auch der Rest der Geschichte ist schrägster, trashigster Comedy-Stoff, von der respektlosesten Sorte, wenn auch hier und da vielleicht nicht ganz sö böse, wie es eigentlich hätte sein können.

Hauptsächlich kommt es dabei natürlich auf die Gags an und die sind dieses mal, Überraschung, wirklich nahezu alle unter der Gürtellinie. So ziemlich alles, was es im Porno-Buisness zu bewundern oder zu beanstanden gibt, je nachdem wie man zum Business steht, wird hier durch den Kakao gezogen. Von allen möglichen und unmöglichen Stellungen (ich sag nur "D.V.D.A.-Stellung";)), über die Befriedigung aller möglichen und unmöglichen Geschmäcker (hier sag ich nur "T-Rex" *schüttel*), bis hin zu den höchst "anspruchsvollen" Storys dieser Filme. Hier wird wirklich alles aufs Korn genommen, was nicht Niet- und Nagelfest ist. Höhepunkt bei dem ganzen Treiben ist dabei natürlich der sogenannte "Orgazmorator", mit denen man seine Mitmenschen, auf Schuss, zum höchsten der Gefühle verleiten kann. Was Parker hier für einen Fundus an schrägen und wirklich absolut zum kaputtlachen geeigneten Ideen reingepackt hat, ist wirklich fabelhaft. Allerdings, auch wenn hier wirklich alles konsequent unter der Gürtellinie abfährt, so hat sich Parker doch Mühe gegeben, seine Gags nicht in irgendwelche ganz tiefen Fäkal-Regionen abrutschen zu lassen. Sprich irgendwelche Sperma- oder Piss-Gags sind hier absolut nicht vorhanden und wirklich infantil wirken die Späße, trotz aller Derbheit, in der Regel auch nicht. Und somit bleibt das anvisierte Publikum, 18 Jahre und älter, auch stetig bei Laune. Gut so!

Was die Inszenierung angeht, so hat sich Parker auch viel Mühe gegeben, dass alles auf einem passend grellen und schrägen Niveau gehalten wird. Die Porno-Sets sind herrlich billig, die Musik ist schön Macho-haft (vor allem der Titelsong geht einem nicht mehr aus dem Kopf) und die Kostüme einfach nur zum Kugeln. Dazu noch die ein oder andere Actionszene, allen voran natürlich der abgefahrene Showdown! Hier passt die (natürlich gewollt) billig wirkende Inszenierung, wirklich zu jedem Zeitpunkt exakt ins Bild. Und deshalb kann man auch hier einfach nichts zum meckern finden.

Als Letztes seien noch die Darsteller erwähnt, die ihre Jobs natürlich auch allesamt ganz zufrieden abstellen. Trey Parker ist, als strenggläubiger Porno-Mormone, wirklich fabelhaft und erfüllt hier durchaus Erwartungen, die man sonst nur an die ganz Großen stellen würde. Dazu natürlich sein Kumpel Matt Stone, der sich als grenzdebiler, anscheinend leicht schwul angehauchter, Filmmitarbeiter ebenfalls großartig schlägt und mit Sätzen wie "I don't wanna sound like a queer or nothin, bud i'd kina like to make love to you tonight" auch mit die schrägsten Dialoge des Films besitzt. Desweiteren noch einige hochrangige US-Pornosternchen und, mit einem Cameo-Auftritt, Trash-Gott Loyd Kaufman als Arzt! So und nicht anders muss der Cast zu so einem Streifen aussehen!

Fazit: Ungemein witzig ausgefallene Satire auf das US-Pornobusiness, die durch seine skurrile Story, ausgefallenen, respektlosen und meist megakomischen Sex-Witzen, und einer dazu absolut passendenden Inszenierung, bei guter Laune hält. Auch wenn das ganze Treiben natürlich niveaulos ist bis zum geht nicht mehr, so dürfte man, vor allem als Mann, dennoch seine heillose Freude an diesem kunterbunten Schnick-Schnack haben. Vorausgesetzt natürlich, dass man nicht allzu Prüde ist, die Satire versteht, Trash nicht immer zwangsweise als Müll ansieht und mit dem Humor alla "South Park" was anfangen kann! Dann wirds garantiert ein gelungener Abend!

Wertung: 8,5/10 Punkte

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