Vier Abenteurer sind auf dem Weg nach Silverado. Der Zufall bringt sie zusammen, Gewalt und Gefahr lassen sie unzertrennlich werden, ihre Freundschaft macht sie zu Helden. Vereint kämpft das glorreiche Quartett gegen Desperados, einen gierigen Rinderbaron und einen korrupten Sheriff.
Eigentlich war der klassische Western in den 80er Jahren ja klinisch tot. Da ist es fast erstaunlich, das man in dieser Phase ein Großprojekt wie Silverado gestartet hat. Es wurde irgendwo in der Prärie eine Westernstadt hochgezogen, schöne Bilder des Wilden Westens präsentiert und sogar für eine waschechte Stampede wurde gesorgt. Ein großer Teil des Budgets ging aber auch für den geradzu elitären Cast drauf, der zwar oftmals 1985 noch kaum bekannt war, aber sich heute wie die Speisekarte eines Luxusrestaurants liest.
Selbst in kleineren Rollen finden sich prominente Namen wie John Cleese oder Jeff Goldblum, dazu noch die jungspundigen Draufgänger wie Jeff Fahey und ein gewisser Kevin Costner (der ja anschließend dem Genre oft treu blieb) und natürlich die Hauptprotagonisten Scott Gleen, Kevin Kline und Danny Glover. Viel mehr kann man wirklich nicht verlangen, zumal auch die darstellerischen Leistung die sie bringen gut ausfallen.
Mit über zwei Stunden ist die Laufzeit des Spätwesterns auch recht opluent ausgefallen, allerdings schafft es die Story mit nur geringeren Längen auszukommen. Die angedeutete Dreiecksbeziehung von Emmeth und Paden mit der Frau aus dem Siedlertreck ist allerdings ein Streichkandidat, ihr Mann ist noch nicht mal kalt und am Ende wird dieser Strang auch nicht aufgelöst. Der Rest allerdings vergeht unterhaltsam. Während die Story anfangs sogar ziemlich humorig ausfällt, nimmt die Geschicht mehr und mehr an Ernsthaftigkeit zu, bis hin zum gar nicht mehr spaßigen Doppelshowdown auf der Ranch und in der Stadt.
Dazu gibts die klassischen Zutaten, der einsamen Helden, des betrügerischen Großgrundbesitzers der den korrupten Sheriff als Handlanger hält, Saloonschlägereien, Gefängnisausbruch bis hin zum klassischen Duell am Ende sogar stilecht mit dem von Wind über die Straße getriebenen abgestorbenen Busch. Nur auf Indianer hat man verzichtet. Westernfans können als beherzt zugreifen. Als monumental Westernopus geht der Film jetzt zwar nicht durch, als gute Cowboyunterhaltung aber locker.
7/10