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Als Prinzessin Dawn das Licht der Welt erblickt, lädt das Königspaar die edelsten der Nachbarn zu Feierlichkeiten. Nur die böse Königin Tambria wird vergessen und belegt dafür die Tochter mit einem Fluch. Tatsächlich sticht sich der Backfisch sechzehn Jahre später ganz wie prophezeit und trotz aller Vorsichtsmaßnahmen an einer Spindel und fällt mitsamt ihrer Umgebung in einen langen, tiefen Schlaf. Da rücken aus dem benachbarten Reich junge Edelmänner an, um den Fluch zu brechen und Dawn zu befreien. Doch Tambria macht es ihnen nicht leicht.

Asylum plündert den deutschen Märchenschatz der Gebrüder Grimm und ergänzt ihn mit eigenen Storyelementen, da möchte man den Amis doch mal wieder schon vor Sichtung des Films prophylaktisch mal wieder den Krieg erklären. Hier mußte dafür Dornröschen herhalten, was höchstwahrscheinlich die Lieblings Gute-Nacht-Geschichte im Hause van Dien/Oxenberg ist, denn der Clan übernimmt nicht nur Story und Regie, sondert bringt auch gleich noch sich und die drei Töchter bei den Darstellern unter, fast wie bei van Damme die letzten Jahre. Wir lernen, gemeinsame Projekte mit Familie sind gut für den Zusammenhalt und besonders anfällig dafür sind Menschen, deren Nachnamen das Prädikat "van" hat.
Immerhin hielt man sich halbwegs an die Story, Prinzessin sticht sich an Spindel, Königreich pennt 100 Jahre, Prinz reinen Herzens (der hier aber erst noch ernannt werden muß) bussytut sie back to Life, kennt man ja. Neu waren mir allerdings Zombie/Ghoul Armeen, ein junges überlebendes Mädchen namens Newt (hä?? Bezüge zu Alien II?? Die hieß doch da auch so) und miese Hokus Pokus CGI Blitze, muß wohl während der Rechtschreibreform ins Grimmsche Märchen integriert worden sein.
Das hier kein großes Geld fließt wird schnell klar, das tolle "Königreich" besteht vielleicht aus einem Dutzend Hanseln und der repräsentative "Thronsaal" hat etwa die Größe meines Stellplatzes in der Tiefgarage. Die Gewichtung der Geschichte wurde dahingehend verlagert, das der Zuschauer eine Gruppe von Abenteurern begleitet, ein schleimiger Prinz der das Königreich annektieren will, 3 wilde Raufburschen die sich Soldaten nennen, ein weiser Lehrmeister der wichtig aussieht aber gleich als erster getötet wird und natürlich den gutmütigen Prügelknaben, der ständig schikaniert wird und sämtliche Drecksarbeiten zu erledigen. Ja, es darf geraten werden, wer von diesem Sauhaufen am Schluß dann die Prinzessin abschleppen wird.
Wie so ziemlich immer verspüre ich den starken Drang die Torfnase, die den Covertext verbrochen hat, seine Schreibmaschine ein paar Dutzend Male über den Schädel zu ziehen, einerseits aus Prinzip, andererseits für vokalmasturbierende Perlen wie "der Weg zum Schloß ist gesäumt von fürchterlichen Prüfungen, finsteren Wäldern und schrecklichen Kreaturen", naja, hatte vielleicht auch versehentlich Herr der Ringe eingelegt.
Natürlich ist Sleeping Beauty ein ziemlicher Schund, mit schlechten Studiokulissen, lahmen Kämpfen und üblen Klischeefiguren. Der feuerspeiende Drach auf dem Cover kommt natürlich auch nicht vor und nie kommt man über den Status des mauen Fantasyspektakels hinaus. Richtig frech aber dann nochmal fünf Sekunden vor Schluß, nachdem die böse Königin bereits erledigt war, als man diese (oder wars ne andere, man sieht nur die Beine) nochmal auferstehen zu lassen und eine Fortsetzung anzukündigen. Danke Casper, aber dreh mit deinen Mädels lieber Urlaubsvideos.
3/10

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