Review

Eins vorweg: Bei „Die Mudder sei Gesicht“ handelt es sich nicht um konventionellen deutschen Amateur-Splatter, genauso wenig allerdings um eine hochwertige Komödie. Der Kultstatus des Films ist meiner Meinung nach übertrieben. Die Story ist gar nicht mal schlecht wird aber leider immer wieder aus den Augen verloren; zu viele Lücken füllende Szenen wurden drin gelassen, so das der erste Teil der Trilogie zwar bereits Spielfilmlänge erreicht aber sehr langatmig ausgefallen ist.

Die große Stärke liegt in den teilweise sehr intelligenten Wortspielen und den witzigen Charakteren, die moderne multikulturelle Gesellschaft in Deutschland wird treffend portraitiert und überraschend viele Gags sind pointiert. Gelingen kann das weil die drei Hauptdarsteller sich wirklich Mühe geben, nicht gerade talentfrei sind und sich auch die Nebendarsteller anstrengen. Teilweise mag einem das Overacting auf die Nerven gehen, doch man hat hier einen eigenen Stil gefunden, der in zwei weiteren „Mudder“-Filmen noch weiter ausgebaut werden konnte.

Größtes Manko ist die geradezu drückend lange Laufzeit von ca. 90 Minuten und das bei einer Story die locker in 25 Minuten erzählt wäre. Hätte man hier mehr Handlungsstraffungen vorgenommen und sich auf einen Kurzfilm beschränkt wäre das Ergebnis mit Sicherheit vollauf geglückt, so muss man leider einige Passagen in der Handlung über sich ergehen lassen die wirklich nicht unabdingbar waren.

Der Soundtrack besteht aus einer bunten Mischung von türkischer Volksmusik über niveaulosen Rap bis hin zu bekannten Popsongs ist alles dabei, klanglich passt das bestens zur Multi-Kulti-Comedy. Optisch müssen natürlich Abstriche gemacht werden, doch trotz schlechter Bild- und Tonqualität sieht man, dass die Macher auch von der Technik etwas verstehen; Die Kameraeinstellungen sind nicht einfallslos, der Schnitt ist leider etwas grob geraten und die Auswahl der Requisiten bzw. Schauplätze zeigt den Humor des Teams.

Zu gute halten muss man dem Amateurstreifen das er respektlos ist, nicht politisch korrekt und der subversive Witz trotzdem niemals rassistisch rüberkommt. Bei einer derartigen Ausrichtung die „Die Mudder sei Gesicht“ hat ist das keine Selbstverständlichkeit, nicht ohne Grund sieht man gleich zu Anfang des zweiten Teils eingeblendet, das die Intention der Reihe nicht ist sich über bestimmte Völkergruppen lustig zu machen.

Fazit: Den Hype um diesen Film kann ich nicht nachvollziehen, ansonsten schlummert hier sicher einiges an Potenzial und mit ein paar Freunden wird’s auch nicht zu langweilig.

04 / 10

Details
Ähnliche Filme