Review

Inhalt:
Die beiden Türken Kermet Dünger und Ölcrem Drehcram und der Italiener Lorenzo Di Napoli lernen sich im Gefängnis kennen und brechen gemeinsam aus. Draußen gründen sie zusammen mit einem Albaner eine Gang und treiben ihr Unwesen in Kleinstadt.


Kritik:
Hihi, was für ein gelungener Amateurfilm voller lustiger Ideen und Einfälle.
Um diese näher zu bringen werde ich im Folgenden den Film etwas detaillierter Revue passieren lassen:

Also, der Film beginnt mit einem Rückblick auf die Taten der drei Gefängnisinsassen. Kermet Dünger hat eine Bank ausgeraubt, Lorenzo Di Napoli war Pizzalieferant und hat eine Familie (Oma Ochsenmauler, die von einem auf Knien laufenden Darsteller verkörpert wird und Enkel Bruce) verprügelt und beraubt, weil sie sich über eine verspätete Pizzalieferung beschwert haben und der etwas zurückgebliebene Ölcrem Drehcram wollte aus einer Tankstelle eine Schneekugel mitgehen lassen.
Während die drei also einsitzen, aber durch ein Ablenkungsmanöver den mit einem Baseballschläger bewaffneten Wärter austricksen und ausbrechen können, entwickelt sich das Überfallopfer Bruce vom naseweißen Friedensvertreter zum Heavy Metal hörenden Aufsässigen, was damit endet, dass er sich nackig auszieht, einen Hut aufsetzt, ein selbstgemaltes Schild mit der Aufschrift "Ich hasse alle Kanaken" umhängt, in ein Auto steigt und losfährt.
Nebenbei wird Oma Ochsenmaulers Hund Waldi (für den ein Plüschhund auf Rädern herhalten musste) von einem Altrocker überfahren.
Unsere drei Ausbrecher haben sich unterdessen mit einem Auto bewaffnet und treffen nach einem kurzen Abstecher im Döner Drive, wo sie einen mit Würmern belegten Döner von der Bedienung (ein männlicher Darsteller mit Kopftuch und Gewand, der gar nicht erst versucht seine Stimme weiblich klingen zu lassen) bekommen, treffen sie auf Tante Fatma (ebenfalls männlicher Darsteller mit Kopftuch, Gewand und Turnschuhen). In jeder Hand trägt sie einige gefüllte Plastiktüten von Lidl, wo sie dann auch von den drei Jungs hinbefördert wird.
Später im Film wird Fatmas Tütenanzahl dann stetig steigen. So ist sie erst mit einem gefüllten Handwagen unterwegs und später mit einem voll beladenen VW Bus mit Anhänger.
Inzwischen fährt Bruce (der mit dem "Ich hasse alle Kanaken"-Schild) zur Verkündung seiner Meinung zu einem abgelegenen Platz, wo er auf einen Sandberg steigt, kurz verweilt und dann wieder wegfährt. Diese Szene ist wunderbar mit Helge Schneiders "Fitze Fitze Fatze" unterlegt.
Die drei entflohenen Häftlinge treffen derweil auf ihr späteres Gangmitglied, einen Albaner, mit dem sie losziehen. Zu dritt (der Italiener ist zu dieser Zeit beim Friseur) verprügeln sie einen Minderjährigen. Als sie sich mit einem Brillenträger anlegen, entpuppt sich dieser als Teilnehmer eines Wochenendkurses für Selbstverteidigung (den passenden Anzug trägt er unter seiner Jacke, ebenso wie eine Schlagwaffe) und schlägt Kermet den Kopf ab.
Lorenzo geht zum Paten (was eine sehr lustige Szene mit den Türstehern beinhaltet) und erhält von diesem einen Rat. Kermets Leiche soll in einem Wald über einem Müllplatz begraben werden, was unsere drei Jungs auch machen. Zufälligerweise hat Oma Ochsenmauler ihren überfahrenen Waldi dort auch beerdigt.
Danach wollen die drei in einer Kneipe Schutzgeld erpressen. Dort taucht dann Bruce (der nackte Schildträger) auf und wird von dem Trio gejagt. Während Bruce mit dem Auto flüchtet, nehmen die Verfolger einem Alkoholiker seinen Einkaufswagen ab und fahren später mit dem Fluchtwagen weiter. Die Verfolgungsjagd endet im Straßengraben, da sie in eine Fischwanderung (zwei Fische überqueren die Straße) geraten und Ölcrem das Steuer herumreißt.
Bruce meint entkommen zu sein, wird aber von Omas Waldi, der inzwischen von den Toten auferstanden ist zu Tode gebissen. Das sieht schon sehr ulkig aus, wie der nackte Bruce mit Hut und Schild von dem Stoffhund auf Rädern attackiert wird.
Später wird Bruce dann auch zum Zombie und macht sich mit einem Messer über Oma Ochsenmauler her.
Auch der Kermet kehrt aus seinem Grab zurück (muss wohl an der Grabstelle liegen ;-)) und trifft wieder auf seine Gang. Er hat sich allerdings vom Türken in einen Zombie mit Ostakzent verwandelt.
Das ganze endet in einem Blutbad...

Schade, dass dieser Film relativ unbekannt ist, denn er hätte sicherlich etwas mehr Aufmerksamkeit verdient.
Wie man oben hoffentlich entnehmen kann, gibt es etliche absurde Situationen, so dass keine Langeweile aufkommt. Die Gags sind urkomisch und parodieren stark überzogen unsere Gesellschaft.
Im Vergleich zu den ganzen "Erkan und Stefan"-Klonen geht einem hier die überzeichnete Darstellung der ausländischen Mitbürger nicht auf den Senkel.
Der Film beginnt als Gangsterkomödie und endet als Horrorklamauk. Leider ist am Ende irgendwie ein Bruch im Film, so dass der Schluss dann weniger überzeugen kann. Aber bis dahin wird man bestens unterhalten.

Ein Film, der sich bestens zum mehrmaligen Anschauen mit ein paar menschlichen und alkoholischen Freunden eignet.

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