Was uns der Brite Greg Hall auftischt, sollte wohl in Richtung Quentin Tarantino und sein Frühwerk "Reservoir Dogs" tendieren, doch den vielen Dialogen fehlt der grundlegende Schliff, während die erzählerische Dramaturgie erst gar nicht ins Rollen kommt.
Fünf einander fremde Männer werden für einen Bankraub gebucht, doch kurz nach dem Überfall stirbt einer an den Schussverletzungen. Verfolgt von der Polizei müssen die vier nebst weiblicher Geisel es bis zu einer Yacht schaffen, wenn sie dem verbissenen Cop Cook entkommen wollen...
Die Erzählung steigt ohne Umschweife mit dem Bankraub ein, welcher recht unspektakulär in Szene gesetzt ist. Clownsmasken, ein paar Befehle, der Schuss eines Wachmannes und schon befinden sich die vier auf der Flucht, um zunächst ein Hotel anzusteuern und am nächsten Tag den Lieferwagen loszuwerden. Bereits nach kurzer Zeit machen sich die mangelnden Figurenzeichnungen bemerkbar, da sich die Kriminellen kaum durch besondere Merkmale hervortun und das Entführungsopfer Laura, welche eine eigentlich interessante Hintergrundgeschichte mitbringt, viel zu spät ins Boot geholt wird.
Zwar performen die Mimen um Simon Phillips, Paul Marlon und Laura Rollins ganz okay, doch die meisten ihrer Anekdoten verpuffen wie auch die überwiegende Zahl der massenhaft eingesetzten Flashbacks. Die Geschichte über einen aufstrebenden Boxer endet ohne Pointe, das Sinnieren über Essen, Rauchen und Stuhlgang bleibt witzlos, diverse Hintergrundgeschichten der Kriminellen werden ohne Sinn für Spannung eingeschoben und lediglich die leicht zynisch angehauchte Entwicklung nach dem Überfall hält bei Laune, da die Chose zusehends aus dem Ruder gerät.
Die Schauplätze verschaffen trotz Zwischenstopps in einer Waldhütte kaum Abwechslung, sobald ein wenig Action aufkommt, offenbaren sich inszenatorische Mängel und ein zurückhaltender Score und auch wenn drei finale Wendungen von kreativen Ansätzen zeugen, so wirkt das Ganze doch reichlich uninspiriert und witzlos.
Wer einen coolen Streifen mit Wortwitz, einiger Action und interessanten Figuren sucht, liegt hier nicht richtig, denn das Werk mäandert ohne Sinn für Dramaturgie unentschlossen vor sich hin und beinhaltet fast gar keine spannenden Einlagen, während selbst der Showdown kaum mitreißen kann. Trotz der überschaubaren Laufzeit von 82 Minuten sind kleine Durchhänger auszumachen, so dass sich das Gesamtergebnis wie gewollt aber nicht gekonnt anfühlt.
4 von 10