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FBI-Mann Will Graham (Edward Norton) darf sich rühmen, Hannibal Lecter gefasst zu haben, wenn er bei dem Einsatz auch beinahe selbst zu Tode gekommen wäre. Der empathische Will zieht sich daraufhin aus dem Profiler-Geschäft zurück, bis ihn sein Chef Jack Crawford (Hölzern: Harvey Keitel) um Unterstützung bei der Suche nach einem Serienkiller bittet, der in Vollmondnächten ganze Familien auszulöschen pflegt. Auf der Suche nach dem Killer (Nuschelnd: Ralph Fiennes) bekommt Graham unerwartet Hilfe von seinem Beinahe-Mörder Lecter, denn "Zahnfee" Francis Dolarhyde hat Kontakt zu seinem Idol Lecter aufgenommen. Und außerdem scheint er Grahams Familie als nächste Opfer auserkoren zu haben...

ROTER DRACHE, verfilmt von Action-Spezi Brett Ratner ist die zweite Verfilmung des ersten Lecter Romans. Schon 1986 versuchte sich Michael Mann an dem Stoff, ohne A. Hopkins und ohne Oscar-Segen für "Das Schweigen der Lämmer" im Rücken. Michael Mann´s "Manhunter" bietet neben unerträglicher MIAMI VICE-Optik allenfalls noch einen farblosen Lecter-Darsteller.
ROTER DRACHE bietet spannende Unterhaltung, leider aber ohne magische Momente und mit sichtlich unterforderten Schauspielern. Vorbei die Zeiten, in denen Agentin Starling angsterfüllt dem Monster Hannibal Lecter gegenübertrat, wenn Will Graham Lecter das erste Mal wieder trifft, entlockt das Edward Norton nicht mehr als ein kurzes nervöses Zucken mit der Augenbraue.
Karikierte Anthony Hopkins in HANNIBAL noch genüsslich den Hype um seine Mörderfigur Lecter und führte sie bisweilen ins Absurde, wirkt er in ROTER DRACHE beinahe lustlos. Konnte in DAS SCHWEIGEN DER LÄMMER ein Augenaufschlag Hopkins´ noch das Zuschauerblut zum Gefrieren bringen, verschenkt Regisseur Ratner auch diese Möglichkeiten des Spannungsaufbaus, durch seine routinierte, aber keinesfalls originelle Inszenierung und Kameraarbeit. Das kann passieren, wenn man einen Thriller auf die gleiche Weise herunterkurbelt wie eine Action-Komödie. Die PSYCHO-Villa das Serienkillers und das abschließende KAWUMM-Finale ist da nur konsequent. Das Publikum muss schließlich unterhalten werden. Kleine Lichtblicke bietet das Zusammenspiel von Ralph Fiennes und Emily Watson, kann aber nicht dafür entschädigen, was aus dem in ROTER DRACHE dargebotenen Wahnsinnsaufgebot an Darstellern noch hätte herausgeholt werden können.

Mein Fazit:

Trotzdem wünsche ich allen gute Unterhaltung!

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