Es war einmal im Jahre 1986, da machte sich Michael Mann, Schöpfer vieler Episoden der 80er Jahre Kultserie „Miami Vice“, daran den Roman „Manhunter“ von Thomas Harris zu verfilmen. Harris zeichnete sich auch durch die Vorlagen von „Das Schweigen der Lämmer“ und „Hannibal“ aus. Die größten Probleme an Mann´s Verfilmung waren, neben der grellen und heute peinlichen 80er Jahre-Optik, die er eben in „Miami Vice“ pflegte, auch die blassen Darstellerleistungen. Brian Cox in der Rolle des genial-wahnsinnigen Psychiaters Hannibal Lector war eine glatte Fehlbesetzung und auch sonst fiel der Film durch seine großzügigen Auslassungen wichtiger Stellen des Buches negativ auf. 2002, 16 Jahre später, hatte Brett Ratner, Schöpfer von „Rush Hour“, die Fäden für das Remake in der Hand und er sollte es deutlich besser machen als Mann vor ihm...
Die Story:
FBI-Agent Will Graham (Edward Norton) wird bei der Festnahme des wahnsinnigen Kannibalen Dr. Hannibal Lector (Anthony Hopkins) beinahe getötet. Ein Grund mehr den Dienst zu quittieren, doch lange kann er sich nicht ausruhen, denn ein neuer Killer fordert nun seine Aufmerksamkeit: Die Zahnfee (überragend: Ralph Fiennes) ermordet in Vollmondnächten ganze Familien, um den nächsten Mord zu verhindern bleiben Graham drei Wochen zeit. Um sich ein Bild des gestörten Killers zu machen, besucht er seinen „Todesengel“ Lector in einer Psychiatrie, denn der kennt sich mit Psychopathen ja bestens aus.
Fazit:
Wo Michael Mann scheiterte, überzeugt Ratner in allen Belangen: Seine tolle Besetzung von Edward Norton über Harvey Keitel bis natürlich zu Anthony Hopkins, lassen „Roter Drache“ glänzen. Eins muss man dennoch sagen: Ohne den erneuten Auftritt von Anthony Hopkins wäre der Film wohl den Bach runtergegangen, durch sein brilliantes Darstellertalent wird der Film nämlich erst richtig interessant und auch sonst geht von Hannibal „The Cannibal“ eine ungeheure Anziehungskraft aus, die das Monster fast schon sympathisch macht. Ratner setzt auf Detailverliebtheit, holt das Optimum aus der Vorlage raus und kann so Fans, die sich von „Blutmond“ verprellt fühlten, zufrieden stellen. Hochspannung ist, auch dank der nervenzerfetztenden Musikuntermalung, bis zur letzten Minute garantiert, denn gerade als man sich sicher fühlt, setzt der Film noch einen drauf. Besonders die sehr ironisch gehaltene letzte Szene läßt den Fan grinsend zurück. Am Ende überzeugt mich Brett Ratners Version von „Manhunter“ durch seine detaillierte und sehr glaubhafte Story, welche ohne jegliche Ungereimtheiten aufwartet und eine interessante Charakterstudie mit detaillierten Einblicken in die Seele eines Psychopathen bietet. Remake-Diskussionen hin oder her, Ratner hat alles richtig gemacht und ein Fest für Suspense-Freunde und Leute, die das Buch liebten, geschaffen.