KEONI WAXMAN, der u.a. für Seagals Auftritt im überdurchschnittlichen THE KEEPER verantwortlich zeichnet, führt auch hier Regie und liefert ein actionreiches und sehr blutiges Action-Highlight der B-Klasse ab.
A GOOD MAN spielt in Osteuropa, setzt sich aber von Seagals drittklassigen Produktionen wie SUBMERGED oder ATTACK FORCE wohltuend ab.
STEVEN SEAGAL macht dabei einfältige Miene zum bösen Spiel und den teilweise erschreckend dämliche Dialogen, und erfüllt sein Rollen-Klischee. Es geht um Vergangenheitsbewältigung, Schutzgelderpressung, Geldwäsche und einen unheimlichen Racheengel, der sich durch die russischen Verbrecherbanden massakriert und dabei unzählige Leichenteile, chinesische Schriftzeichen, Räucherstäbchen und ahnungslose Polizisten am Tatort hinterlässt. Die Polizei tappt im Dunkeln, Seagal stampft wie ein Bauer durch die Szenerie und legt sich mit chinesischen Triaden und russischen Mafiapaten an. Nebenbei beschützt er eine junge Frau mit ihrer kleinen Schwester, treibt sich in Stripclubs herum und sorgt für jede Menge, teilweise CGI-lastiges, Blutvergießen. Routiniert inszeniert mit akzeptablen Fights und blutigen Shoot Outs - und einer wahrhaft schwachsinnigen Schluss-Sequenz.
Kein Meilenstein und auch kein Highlight - Seagals Zeiten sind eindeutig vorbei - es gibt aber durchaus schlimmere Machwerke mit dem einst drahtigen Mann, der sein Kampfgewicht mittlerweile verdoppelt hat und dessen Gesichtszüge so aufgedunsen sind, dass er halbblind durch kleine Augenschlitze blinzelt. Bei jeder hektischen Bewegung hat man als Zuschauer Angst, es könnte die letzte sein - auch so kommt Spannung auf. Im letzten Drittel kommt immerhin Tempo in die altbekannte Geschichte.
Für eingefleischte Seagal-Fans und Komplettisten natürlich unverzichtbar, zumal hier die ungeschnittene Fassung vorliegt!