Review

Ein Staraufgebot kämpft sich durch die „Luftschlacht um England“

Story:
Im Mai 1940 will die deutsche Luftwaffe zum Vernichtungsschlag gegen die Royal Air Force führen, um so die Invasion in England einleiten zu können. Man will die britischen Flugplätze zerstören und die Jäger schon am Boden vernichten. Anfangs läuft der Luftkrieg gut, doch mit viel taktischen Geschick und einem Haufen von Multikultipiloten (sogar Polen) gelingt es Großbritannien das Schlachtenglück zu ihren Gunsten zu lenken. Deutschland verliert den Luftkrieg und die Chance einer Invasion....
Die Story des Films bildet den großen Schwachpunkt. Viele Figuren werden gezeigt, nur wenige ausführlich behandelt. Der Krieg wird meist aus der Sicht der Briten dargestellt, ohne aber die „großmäuligen“ Nazibonzen und ihre prägenden Sätze zu vergessen. Auch eine Rede Hitlers darf nicht fehlen. Viel Stückwerk, dass nicht zusammenpassen will. Garniert wird der Film noch mit ein bisschen Herzschmerz und einem Mann, der seine Familie verliert. Man brauchte wohl noch ein Alibi, damit der Film nicht zu verherrlichend wirkt.

Musik:
Wie es bei Kriegsfilmen üblich ist dominiert militärische Musik, die besonders auf der britischen Seite sehr oft ins Heroische abgleitet. Auf der deutschen Seite bekommt man dafür die klischeehafte Marschmusik vorgesetzt. Alles recht bekannt und nicht sehr einfallsreich. Trotzdem passt das zu diesem alten Schinken.

Atmosphäre:
Der Film versucht menschliche Schicksale und spektakuläre Luftkämpfe in Einklang zu bringen. Leider überzeugt nur Letzteres. Die Nebengeschichten um eine Frau, deren Mann in einem Flugzeug schwerste Verbrennungen erleidet oder einem Soldaten der seine gesamte Familie durch eine Bombe verliert sind einfach zu kurz geraten. Bevor man sich in die Person und in die Situation versetzen kann, wird schon wieder weitergeblendet. Zumindest bei der Darstellung der britischen Flieger und deren doch recht mulmiges Gefühl vor den Starts bzw das Warten auf das Alarmsignal wurde gute Arbeit geleistet. Natürlich dürfen auch die historischen Figuren nicht fehlen. Göring wird als der selbstherrliche dicke Feldmarschall hingestellt, der er wohl auch war und selbst von Hitler bekommt man eine historische Rede zu hören. Berühmte Sätze wie „Wenn auf Berlin Bomben fallen, heiße ich Meier“ dürfen dabei auch nicht fehlen. Die Stärke des Films liegt aber in den Luftkämpfen. Kein zweiter Film hat mich bisher zum Thema „2. Weltkrieg Luftkämpfe“ so beeindruckt. Klar, dass man hier kein CGI Abenteuer a la Pearl Harbour erwarten darf. Hier wurden originale Kriegsflugzeuge benutzt! Klasse Kameraführung, dramatische und schnelle Schnitte lassen den Luftkampf spannend wie nie ausschauen. Ob Stukas, oder Spitfires: Alle Flugzeuge und Luftkämpfe wirken sehr realistisch. Klarer Glanzpunkt des Films, der ihn für mich unvergesslich macht.

Schauspieler:
Ob Curd Jürgens, Laurence Oliver oder Michael Caine: Mit Stars wird in diesem Film nicht gegeizt. Leider werden sie aber zum großen teil verschenkt und treten nur am Rand auf. Der Film hat so viele Figuren (besonders Flieger), dass für die Stars kaum zeit bleibt sich in Szene zu setzen. Nichts desto trotz überzeugt der Film auch auf schauspielerischer Ebene, selbst die eher unbekannten Schauspieler machen ihre Sache gut. Man merkt den britischen Fliegern ihre Nervosität und Anspannung förmlich an.

Fazit:
Die Story ist zwar nicht das Gelbe vom Ei, dafür überzeugt der Film durch erstklassige Luftschlachten. Dabei bleibt das Staraufgebot leider auf der Strecke. Gewürzt wird dieser Klassiker immer wieder mit historischen Zitaten. Ein Kriegsfilm den man auf Grund der Flieger gesehen haben sollte.

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