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Auch wenn die zumeist heimeligen Märchenverfilmungen der DEFA ein wenig in Vergessenheit geraten sind, - gegenüber manch moderner Interpretation wirken sie wie liebevolle Huldigungen, da man aus der zumeist minimalen Ausstattung sehr viel Atmosphäre herausholen konnte. Eine Eigenschaft, die Regisseur Rene Perez schon immer fremd zu sein schien.

Es ist die Geschichte der Prinzessin Aurora, die aufgrund eines Fluches der Hexe Carabosse in einen hundertjährigen Schlaf fiel und nun von Williams, dem Soldaten der Königin befreit werden soll. Hilfe erhält er von der Seherin Alondra und dem Zauberer Samrin, die sich gemeinsam mit dem Krieger in Lebensgefahr begeben...

Die unterirdischen CGI in Form von Blitzen, Funkeln, Glitzern und Nebel machen sich bereits binnen weniger Minuten negativ bemerkbar, der verhaltene Score weckt auch kein Dornröschen auf, der austauschbare Schneewald und die klobige Kleidung der kaum authentisch wirkenden Figuren schüren ebenfalls nur wenige Hoffnungen, doch als der erste Kampf angezettelt wird, wähnt man sich beinahe in einem drittklassigen Western aus den Fünfzigern: Schläge und Hiebe verfehlen ihr Ziel deutlich um Zentimeter, die Akteure bewegen sich unbeholfen bis stocksteif, während der Schnitt nur ansatzweise kaschieren kann, wie auffallend ungelenk die komplette Inszenierung ausgefallen ist.

Nur eben nicht so, dass Trashfans auf ihre Kosten kommen, sondern ein latentes Ärgernis durch die Inhaltslosigkeit des laienhaften Treibens hervorgerufen wird. Die Dialoge befinden sich auf dem Niveau einer Schulaufführung (Grundschule), die meisten Mimen versuchen es mit einem festgefrorenen Gesichtsausdruck, Elfentitten scheinen zuweilen mit Silikon ausgestattet und die Hauptfigur verkommt zur Nebensache, was im Zuge der völligen Fehlbesetzung in Form einer wenig grazilen Botox-Schrapnelle auch nicht weiter stört.

Derweil latschen die drei ziellos durch den Wald, in dem der Schnee phasenweise gänzlich verschwindet, es wird noch ein, zwei Mal grobschlächtig gekämpft, die Hexe ölt permanent mit undefinierbaren Zaubereien herum, begleitet von unsäglichen Computerlichtern, während ruppige Szenenübergänge mit abrupt unterbrochenem Score untermauern, wie lieblos die Produktion abgewickelt wurde, - die Grimms würden sich im Grabe umdrehen, sich dann aus demselben erheben, um das Filmteam kollektiv niederzumeucheln.

Besser wäre es vielleicht, denn Regisseur Rene Perez hat mit seiner Stammbesetzung Jenny Allford, Raven Lexy und Robert Amstler noch nie einen brauchbaren Streifen hinbekommen, - mit diesem beleidigt er gar Verstand und Seele eines jeden Märchenfans, selbst derer, die sich mit wenig zufrieden geben.
1,5 von 10

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