Review

Frisch aus dem Knast entlassen, wird Harms von einem Anzugträger für einen Job angeheuert. Er soll 100 Millionen Euro klauen. Von der Bundesbank.


Ein deutscher Heist-Krimi, der eher im Milieu kleiner Gauner spielt, dessen Figuren eher Loser als Winner sind, abgesehen vom weitgehend abgeklärten Harms.

Gespielt ist das schon nicht schlecht. Heiner Lauterbach kann den harten Kerl gut und Friedrich von Thun ist wunderbar bösartig (TRIGGERWARNUNG: Ein Hund wird erschossen). Der restliche Cast spielt zumindest solide, wobei Martin Brambach als Timm schon ein paar Nerven kostet, insbesondere, wenn er rassistisch auf seinem arabischen Angestellten herumhackt. Der von Blerim Destani gespielte Türke stellt für mich die beste und zwielichtigste, aber auch die charismatischste Figur dar, deren Motive lange unklar bleiben und der deutlich mehr Screentime verdient hätte.

Allerdings ist die Inszenierung nicht ganz astrein. Einerseits sind wie so oft bei deutschen Filmen nicht alle Dialoge gut verständlich, zum anderen wird speziell die Action zwar mit deutlichen Härten und einigem Blut inszeniert, aber auch zerfasert und unübersichtlich.

Die Story geht grundsätzlich in Ordnung und ist auch interessant, allerdings legt das Drehbuch mehr Wert auf die Figuren und einige soziale Verbindungen, als auf die Vorbereitung des Heists. Da einige dieser sozialen Szenen eher überflüssig erscheinen, gibt sich die erste Stunde leider auch recht zäh mit wenigen Höhepunkten, zu denen ein eskalierter Waffendeal gehört.

Die letzte halbe Stunde, in der der Heist durchgezogen wird, hat es dann in sich. Die Spannung zieht deutlich an, ein paar Twists sind erahnbar, aber nicht offensichtlich und Regisseur Müllerschön zieht die Härte nochmal etwas an. Versteht sich von selbst, dass die Sache nicht rund läuft.


Mit etwas Sitzfleisch gut schaubar, gute letzte halbe Stunde, aber fahrige, nicht immer übersichtliche Regie. Kein großer Wurf, aber eine okaye Einmalsichtung.

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