Im Sinne der Gleichberechtigung geht es endlich mal den Männern an den Kragen, nachdem in vergangener Zeit etwas zu häufig auf Gräber gespuckt wurde. Leider traut sich der mexikanische Regisseur Artemio Narro bei seinem Debüt nicht allzu viel zu und setzt statt Action auf minutenlang anhaltende Perspektiven, was auf Dauer reichlich ermüdet.
Natalia reist von Madrid nach Mexiko, um ihren Freund zu besuchen, welcher allerdings geschäftlich außer Haus ist. Sie schließt sich drei Freundinnen an, die eine Art Jungesellinnenabschied feiern, was jedoch darin endet, dass sie einen Wildfremden verführen und bewusstlos schlagen, ihn mit ins Landhaus nehmen, um schließlich ihre Launen an ihm auszulassen. Zunächst ist Natalia skeptisch…
Ein klassischer Rape & Revenge setzt eigentlich eine Gräueltat voraus, welche hier nicht gegeben ist. Der Cowboy lädt Natalie zu einem Drink ein, welche kurz darauf eine schnelle Nummer im Auto anbietet. Kurz darauf erscheinen die anderen drei und die Nacht nimmt ihren Lauf. Die Figuren werden brauchbar eingeführt, obgleich der Vorlauf mit Feiern, Tanz und Alkohol reichlich viel Zeit in Anspruch nimmt. Nach einem K.O.-Schlag wird es kurzfristig spannend, doch es vergeht schlichtweg zuviel Zeit zwischen den einzelnen Aktionen.
Was zudem reichlich Distanz schürt und nur selten einen positiven Effekt einbringt, ist die ständig verharrende Kamera. Mal hält sie auf einen Zaun während einige Girls im Pool planschen, dann wird eine nächtliche Straße gefilmt, ohne das jemand etwas sagt, dann tanzen zwei völlig entrückt um das gefesselte Opfer herum und an anderer Stelle liegt jemand nachdenklich in der Wanne. Durch die langen Takes wirken viele Szenen improvisiert, manche Dialoge kommen arg künstlich daher und einige Passagen mussten gar mit Text unterlegt werden, da der Sound offenbar unzureichend war.
Nun könnte es ja tierisch abgehen, wenn vier betrunkene Damen innerhalb ihrer Trunkenheit einen wehrlosen Kerl am Boden haben, doch allzu drastisch darf man sich das Geschehen nicht vorstellen. Mal davon abgesehen, dass keine der Mädchen blank zieht und allenfalls ein paar Szenen Upskirt auszumachen sind, wird beim künstlichen Kobold des Opfers maßlos übertrieben, auch wenn Viagra eine wundersame Wirkung nachgesagt wird.
Das Ding steht in unmöglichsten Körperhaltungen, nur bewegen tut es sich halt nicht, wodurch die Veranstaltung rasch zur Lachnummer verkommt.
In Sachen Gewalt kommt man kaum über eine abgetrennte Brustwarze hinaus, was aus der Distanz betrachtet auch ein rotes Pflaster sein könnte.
Ansonsten wird noch ein wenig uriniert und eine Statur zweckentfremdet, jedoch gibt es keinen Moment, bei dem sich der Werkzeugkasten zuschnürt. Darüber hinaus enttäuscht die Pointe, denn im Grunde gibt es keine.
Darstellerisch geht das Ding in Ordnung, trotz vieler statischer Einstellungen arbeitet die Kamera sauber und gegen Ende gesellen sich ein paar atmosphärische Momente im Morgengrauen hinzu.
Geduld sollte man jedoch mitbringen und die voyeuristische Erwartungshaltung sehr niedrig ansetzten, da gängige Folterfilme der letzten zehn Jahre weitaus heftiger zur Sache gingen.
4,5 von 10